[3]
Iz quît:
rîchere kuninge was genûch:
daz ne sagit uns aber nehein bûch
noh neheiner slahte mêre,
daz ie dichein sô rîche wêre, [40]
der in alten gezîten
mit sturmen oder mit strîten
ie sô manige lant gewunne
oder sô manigen kuninc bedwunge
oder sô vil herzogen irslûge [45]
unde andire fursten genûge,
sô der wunderlîche Alexander.
Ime ne gelîchet nehein ander. |
Rîcher
chunege was genûc: [35]
daz ne saget uns nehein
pûch
noh neheiner slahte mâre,
daz deheiner sô rîche
wâre,
der in alten zîten
mit sturme oder mit strîte
[40]
î sô manec lant
gewunne
oder sô manegin kunic
bedwunge,
herzogen irslûge
unde andere vursten genûge,
sô der wunderlîche
Alexander: [45]
im ne gelîchet nehein
ander. |
[4]
Er was von Kriechen
geborn
und wart dâ ze kuninge irkorn [50]
und was der allirhêriste man,
den Kriechen ze kuninge ie gwan.
Ouh wâren kuninge creftich
hêr unde mehtih
ubir manige diet gwaldich, [55]
ir hêrheit manicfaldich;
michel was ir wîsheit,
ir list unde ir cundicheit,
ir scaz was mêre unde grôz:
ir ne wart aber nie nehein sîn genôz, [60]
di mit listen oder mit mehten,
irin willen ie sô vollenbrêhten,
sô aber dirre selbe man,
umbe den ich diser rede began. |
Der
von Chrîchen was geborn
unde wart dâ ze einem
kunige irchorn
unde was der allerhêrste
man,
den î Chrîhlant
ze kunege gewan. [50]
Iz wâren ouh chunege
creftic
uber manec dît gewaltic,
vil michel was ir sâlicheit,
ir list unde ir kundecheit,
ir scaz der was vil grôz:
[55]
der ne wart nî neheiner
sîn genôz,
der mit listen oder mit
mahten
sînen willen î
sô volbrâhte,
sô der selbe man,
umbe den ich is began.
[60] |
[5]
An eine andere
rede wil ih nû vân. [65]
Salemon der was aleine ûz getân,
der sih ûzir allen kuningen nam.
Dô regina austri zô ime quam,
unde si sîne wunder
alle besunder [70]
rehte merken began,
starke si dô undirquam;
dô si sîne wîsheit
und sîne grôze rîcheit,
sîn fleisch und sîne vische [75]
und di zîrheit sîner tische
unde sîn templum gesach,
mit rehter wârheit si dô sprach,
daz von mannis geburte
frumiger kuninc nie ne wurde. [80]
Man mûstin wol ûz scheiden,
wande Alexander was ein heiden. |
Diser
rede wil ich mich irvaren.
Salemon der was ûz
getân,
der sich ûz allen
kunegen nam.
Dô diu frowe regina
austri zû im kom,
unde si sînen hof
gesach, [65]
mit rehter wârheit
si sprah,
daz von mannes geburte
nî sô frumer
kunic wurte.
Man mûste in wol ûz
sceiden,
wande Alexander was ein
heiden. [70] |
[6]
Noch sprechint
manige lugenêre,
daz er eines gouchelêres sun wêre,
Alexander, dar ih û von sagen: [85]
si liegent alse bôse zagen
alle di is ie gedâhten;
wande er was rehte kunincslahte.
Sulhe lugenmêre
sulen sîn ummêre [90]
iegelîchen frumen man.
Sîn geslehte ih wol gereiten kan.
Sîn geslehte was hêrlîch,
ubir al Kriechlant gwaldich.
Philippus hîz der vater sîn, [95]
al Macedonien was sîn.
Sîn ane der was ein gût kneht,
ubir daz mere ginc sîn reht.
Er was geheizen Omin.
Wîten ginc der gwalt sîn, [100]
michil was sîn heriscraft.
Vil manich volcwîch er vaht
wider den kuninc Xersen:
gewaldiclîche verwan er den
unde vil ellenthafte [105]
mit sîner hercrafte. |
Nû
sprechent bôse lugenâre,
daz er eines goukelâres
sun wâre.
Di ez imer gesagent,
di liegent alsô bôse
zagen,
oder di es î gedâhten.
[75]
Er was rehter cheiser slahte.
Nimer geloube ez nehein
frum man.
Sînen vater ich wol
genennen kan.
Sîn geslahte daz was
hêrlîch,
ubir al Chrîchen was
er gewaltic. [80]
Philippus hîz der
vater sîn,
al Macedonenlant was sîn.
Sîn ane was ein gût
kneht,
uber al daz mer gî
sîn reht.
Er trûc eine tugentlîche
maht. [85]
Awî wî manic
volcwîc er vaht
wider den kunic Xersen.
Harte ellenthafte uberwant
er den. |
[7]
Philippus der
nam ein wîb,
di trûch einen vil hêrlîchen lîb.
Ih sagû, wî ir name was:
si hîz di scône Olympias. [110]
Diu was Alexandris mûter.
Di frowe hete einen brûder,
der was ouh Alexander genant,
ze Persien het er daz lant.
Der was ein furste alsô getân, [115]
er ne wolde werden undertân
nie neheineme kuninge;
daz sagih û âne lugene:
er ne wolde ouh ze neheinen zîten
von sturmen noh von strîten [120]
nie neheine wîs geflîhen,
swî ime sîne dinc dâ irgîhen.
Er was ein tûrlîcher degen
und wolde rehter herschefte plegen. |
Philippus
nam im ein wîp,
si trûc einen frumeclîchen
lîp. [90]
Ich sage iu, wî ir
name was:
si hîz die scône
Olimpias.
Daz was Alexanders mûter.
Diu frowe hete einen brûder,
der was ouh Alexander genant,
[95]
ze Perse heter daz lant.
Der was ein vurste alsô
getân,
er ne wolte neheinem kunige
wesen undertân.
Er ne wolte ouh nî
ûz neheineme sturme geflîhen,
swî im sîniu
dinc dâ irgîngen. [100]
Er was ein tûerlîch
degen
unde wolte
ouh rehter herscefte phlegen. |
[8]
Woldet ir alle
nû gedagen, [125]
sô woldih û sagen
von Alexandris geburte,
wî diu gewurte:
sîn mûter frowe Olympias
zestunt dô si sîn genas, [130]
dô wart ein michil nôtfal:
di erde irbibete ubir al.
Der donre wart vil grôz.
Ein starkiz weder nider gôz.
Der himel verwandelôte sih [135]
und di sunne vertunkelôte sih
und hete vil nâh irn schîn verlorn,
dô Alexander wart geborn. |
Nû
wil ich iu sagen von Alexanderes geburte
wî si alhî gewurte.
Sîn mûter frow
Olimpias [105]
ze den stunden dô
siu sîn genas,
dô wart ir ein vil
michel nôtfal:
diu erde erbibete uberal.
Dô was der doner vil
grôz.
A wie starke daz weter ave
gôz. [110]
Der himel der wandelôte
sich
unt der sunne verdunchelôte
sich,
er hete vil nâch sînen
schîmen verlorn,
dô Alexander wart
geborn. |
[9]
Nû ne vereischetih
ê nie noh sint
alsus geborn nie nehein kint. [140]
Geloubit mir des ih û sagen:
er gedeih baz in drîn tagen
dan alle andere kint,
sô si drîer mânede alt sint.
Und alsime iht des gescach, [145]
daz ime ubile ze hugen was,
sô sach er alse der wolf deit,
alser ubir sînem âze steit.
Daz ih von ime sagen, daz ist wâr:
strûb unde rôt was ime sîn hâr,
[150]
nâh eineme vische getân,
den man in den mere sehet gân,
und was ime ze mâzen dicke
und crisp als eines wilden lewen locke. |
Nû
ne freiscit ich ê noh sint [115]
alsus geborn nehain chint.
Gloubet mir des ich iu sage:
der dêch baz in drîn
tagen
dan al ander chint,
sô si drîer
mânôt alt sint, [120]
unt alsô im ieht gescach,
daz ime ubel ze hôren
was,
sô sah er alsô
der wolf toet,
sô er obe sîneme
ezzen stêt.
Daz ich iu von ime sage,
daz ist wâr: [125]
strûb unde rôt
was ime sîn hâr,
nâh eineme viske getân,
den man in dem mere mach
vâhen;
ez was ime ze mâzen
dicke,
grispe alsô lewen
locke. [130]
|
[10]
Umbe sîn
gesihte [155]
wil ih ûh ouh berihten
unde rehte bescheiden:
ein ouge was ime weiden,
getân nâh einen trachen.
Daz quam von den sachen: [160]
dô in sîn mûter bestunt ze tragene;
dô quâmen ir freislîche bilide ingagene,
daz was ein michil wunder.
Swarz was ime daz ander,
nâh einem grîfen getân. [165]
Daz sult ir wizzen âne wân. |
Umbe
sîn gesûne wil ich iuch bereiten:
ein ouge daz was weithin,
getân nâch eineme
drachen.
Daz chom von den sachen:
dô in sîn mûter
bestunt ze tragene, [135]
dô chômen ir
freislîch pilide ze gegene;
daz was
ein vil michel wunder.
Swarz was ime daz ander,
nâch eineme grîfen
getân.
Alsus sagent die in ie gesâhen.
[140] |
[11]
Sîn hals
was ime wol geschaffin,
sîn brust starc und wol offin,
sîne arme wâren ime von grôzer maht.
Allis sînes mûtes was er wol bedâht.
[170]
sîn bûch ne was ime nit ze lanc noh ze breit:
vil wol daz deme jungelinge steit.
Beide ubir vûze und ubir bein
rîterlîch er ze tale schein.
Unde ubir allen sînen lîb [175]
was er rehte hêrlîch.
Daz sagih û zewâre:
in sînen êristen jâre
wôhs ime maht und der lîb sîn
mêr dan einem anderen in drîn. [180] |
Sîn
hals was ime wol gescaffen,
sîn brust was ime
wol offen,
sîn arme wârin
ime vone grôzer maht.
Alles sînes mûtes
was er wol bedâht.
Sîn bûch ne
was ime ze lanc noh ze breit: [145]
a wie wole dem jungelinge
daz stêt.
Scône er ze tale wert
scein
peidiu uber fûz unt
uber pein.
Unt uber allen sînen
lîp
sô was er als êrlîh.
[150]
Daz sag ich iu ze wâre:
in sînem êrstem
jâre
sô wôss ime
maht unt sin
mêre den ainem andren
in drîn. |
[12]
Nû hôret,
wî er sih fure nam:
swâ ein frumich rîter zô ime quam,
den bôt er lîb unde gût
unde ne karte neheinen sînen mût
an neheinen tumben man; [185]
vil harte wol im daz gezam.
Ime was sîn gebâre,
alser ein furste wâre
ubir alliz ertrîche.
Ih sage û wêrlîche: [190]
die meistere, di er dô gwan,
di wâren cunstige man.
Si begunden in wîsheit lêren
und zugen in ze grôzen êren.
Si larten ime strîten [195]
und vermezzenlîchen rîten
in sturm unde in volcwîch,
sô daz is nie ne wart sîn gelîch.
Der liste di er von in gwan,
der wart er ên vil vornême man. [200] |
Nû
vernemt, wie sich Alexander vur nam: [155]
swâ sô ein frumich
rîter zû zim chom,
dem bôt er lîp
unt gût.
Er ne chêrte cheinen
sînen mût
weder an chint noch an tumben
man;
a wie wol den hêren
daz gezam. [160]
Ime was ouch sîn gebâre,
alser ein furste von allen
landen wâre.
Die
meister die Alexander ouch gewan,
si wâren wol gerehte
man.
si begunden in wîsheit
lêren [165]
unt zugen in zû grôzen
êren.
Si lêrtin in
sturm unde volcwîc,
sô des nie wart gelîch.
Der liste der er dannen
gewan,
der wart er
ein frumer man. [170] |
[13]
Der êriste
meister sîn
der lartin kriechisch und latîn
und scrîben ane pergemint.
Noh dan was er ein lutzil kint.
Und lartin vil manige bûch [205]
und andire wîsheit genûch. |
Der
êrste meister sîn
der lêrtin chriechisch
unde latîn
unt pûchstabe sezzen
an eineme perment.
Noch tô was er ein
lutzel chint.
Unt lêrtin vil manich
pûch [175]
und ander wîsheit
genûch. |
[14]
Sîn meister,
den er dar nâh gwan,
der lartin wol mûsicam
und lartin di seiten zîhen,
daz alle tône dar inne gîhen, [210]
rotten unde der lîren clanc,
und von ime selben heben den sanc. |
Der
ander meister, den er gewan,
der lêrtin wol mûsicam
unt lêrtin seitin
ziehen,
daz alle thôni dar
in giengen, [180]
roten unt ouch der lîren
chlanc,
unt von ime selben heven
daz gesanc. |
[15]
Der dritte frumete
ime wole:
er lartin allir dinge zale
unde lartin al di wîsheit, [215]
wî verre diu sunne von dem mânen geit;
unde lartin ouh di list,
wî verre von den wazzeren zô den himelen ist. |
Der
dritte frumt ime harte wol:
er
lêrtin allir dinge zal,
er lêrtin alle wîsseheit,
[185]
wie verre der sunne von
der mânin gêt;
unt lêrtin ouch den
list,
wie hôch von dem wazzer
zem himele ist. |
[16]
Der meister, den
er dô gwan,
was Aristotiles der wîse man. [220]
Der lartin alle di cundicheit,
wî der himel umbe geit,
und stach ime di list in sînen gedanc
zerkennene daz gestirne und sînen ganc,
dâ sih di wîsen veren
mite bewarint, [225]
dâ si in dem tiefen mere varint. |
Der
vierde meister, den er gewan,
daz was Aristotiles der
wîse man. [190]
Er lêrtin al die chundicheit,
wie der himel umbe gêt,
unt stach ime die list in
sînen gedanc
zerchennen daz gestirne
unt ouch sînen ganc,
dâ sich die vergen
mit pewarent, [195]
dâ si in dem tiefen
mere varnt. |
[17]
Einen meister
gwan er abir sint
Alexander daz edele kint,
der lartin mit gewêfene varen,
wî er sih mit einem schilde solde bewarn,
[230]
und wî er sîn sper solde tragen
zô deme, dem er wolde schaden,
und wî er den erkiesen mohte
und gestechen, alsiz ime tohte;
und alse der stich wêre getân, [235]
wî er zô dem swerte solde vân
und dâ mite kundiclîche slege slân,
und wî er sînen vîant solde vân,
und wî er sih selben solde bewaren
vor allen, di ime woldin schaden; [240]
und wî er sînen vîanden lâgen solde,
di er danne untwirken wolde,
und wî er zô den rîteren solde gebâren
zô diu daz si ime willich wâren. |
Ein
meister gewan sint
Alexander daz edele chint,
der lêrtin mit gewâven
faren,
unt wie er sich mit eineme
scilte solte bewarn, [200]
unt wie er sîn spere
solte tragen
ze dem, dem er wolte scaden,
unt wie er den erchiesen
mahti
unt gestechen, sô
daz tohte;
unt alsô der stich
wêre getân, [205]
sô lêrtern zû
dem swerte vâhen
unt dâmit chundiclîchen
slahen,
unt
wie er sînen vîant solde vân;
unt lêrtin, wie er
sich solte bewarn
vor deme, der ime wolde
scaden; [210]
unt wie er sînen fîanden
lâgen solte,
die er dâ dwingen
wolte,
unt wie er zen rîtern
solti gebâren
umbe daz, daz sim willich
wâren. |
[18]
Der
sehste bestunt in mit grôzen witzen [245]
und lartin ze dinge sitzen
und lartin, wî er daz irdêhte,
wî er von dem unrehten beschiede daz rehte,
[248]
und wî er lantreht bescheiden kunde [250]
allen den er is gunde. |
Der
sehste bestunt in mit wizzen [215]
unt lêrtin ze dinge
sizzen
unt lêrtin, wie er
daz bedâhte,
daz er von deme unrehti
beschiede daz rehte,
unt wie er lantreht bescheiden
chunde
allen den ers gunde.
[220] |
[19]
Umbe daz und vil
manich ander
alsus wart daz kint Alexander
listic, gwaldich unde balt.
Nû allir êrist was er zwelif jâr alt,
[255]
alsô stêtich was ime sîn mût,
durh alliz werltlîch gût
ne wolder nie geliegen
und niemanne betriegen,
noh durh lieb noh durh leit [260]
geswachen di wârheit.
Einem sînen meistere daz wol schein:
den stîz er ze tale ubir einen stein,
daz ime sîn hals in zwei brach,
wander ime eine lugene zû sprah. [265]
Nû sprechent manige lugenêre,
daz der sîn vater wêre.
Vil ubile ih des gelouben mach,
wander ime den hals in zwei brach. |
Umbe
diz unt umbe manech ander
alsus wart daz chint Alexander
beide listich unt geweltich
unt balt.
Dô alrêrst was
er zwelf jâr alt.
Alsô stâtich
was ime sîn mût, [225]
umbe al wertlîch gût
sô wolter nî
nieht geliegen
noch sich fone cheiner wârheit
gezien.
A wie wol einem sînem
meister daz erschain:
er stîz in ze tal
uber einem stein, [230]
daz ime sîn hals enzwei
brast,
wande er im ain luge zû
sprach.
Nû sprechent bôse
lugenâre,
daz der sîn vater
wâre.
A wie ubele ich daz gelouben
mach, [235]
wande er im sîn hals
enzwei brach. |
[20]
Von
Philippis stûte wil ih û nû sagen: [270]
dar under was ein ros getragen.
Daz ros daz was wunderlîch,
irre und vil strîtich,
snel und starc von gescafnisse.
Des sult ir sîn gwisse. [275]
Iz hete unzallîche craft
und ummâzlîche maht.
Iz irbeiz di lûte unde irslûch.
Iz was freislîch gnûch.
Ime was sîn munt, [280]
daz wil ih û tûn kunt,
als eime esele getân.
Di nasen wâren ime wîte ûf geslân.
Sîne ôren wâren ime lanc,
daz houbit magir unde slanc. [285]
Sîne ougen wâren ime allir vare
glîch eineme fliegindin aren.
Sîn hals was ime lockehte,
ih wêne iz wêre lewingeslehte.
Ûf den goffen hâtiz rindis hâr, [290]
an den sîten liebarten mâl:
sô Sarrazîn joh cristinman
nie nihein bezzer ros gwan. |
Von
Philippus stûde wil ich iu sagen:
dar under wart ein ros getragen,
daz was wunderlîch.
Iz was irre unt strîtich,
[240]
snel unt ernisthaft,
fon sîner gescephte
joch von sîner chraft.
Der munt was im als einem
esele getân.
Di
nasen wâren ime wîte ûf geslân.
Sîn ôren wârin
im vil lanc, [245]
daz houbet mager unde swanc.
Sîn ougen wârin
im al der vare
als eim flîgenten
arn.
Sîn hals was im lockehte,
ich wâne ez wêre
lewengeslehte. [250]
Ûf den goffen habtiz
rinderhâr,
an sînen sîten
liebartes mâl:
sô Sarrazîn
noch christenman
nichein pezzer ros gewan. |
[21]
Daz ros wart mit
îsine gebunden,
alse daz dâ tobit zallen stunden. [295]
Iz wart vor den kuninc Philippum geleit.
Und als er vernam sîne gelegenheit,
Bucival hîz erz namen.
Daz dûhte si gût alle samen. |
Daz
ros wart mit îseren gebunten, [255]
alsô daz dâ
tobet ze allen stunden,
unt wart fur den chunich
Philippus geleit.
Unt als er vernam sîn
gelegenhait,
Buzival hiez erz namen,
daz tûhte sie gût
alle samt. [260] |
[22]
Dô
hîz man manigen starkin man [300]
daz selbe ros leiten dan
und in einen marstal betûn,
daz man dâ vor mohte gerûn.
Zô ime ne torste nieman gân,
wan der alsô hete getân, [305]
daz ime verteilet wart daz leben,
den môse man deme rosse geben. |
Man
hiez daz ros in einen marstal thûn,
daz si dâ fur mehten
gerûn.
Zû dem ros getorste
niemen gên,
wan umbe den ez alsô
was getân,
dem verteilet was daz leben,
[265]
den mûse man dem rosse
geben. |
[23]
Deme
kuninge wart ein bote dô gesant
von deme, der daz ros het erkant,
und hîz iz sint baz bewarn, [310]
wande man solde dar an irvarn,
weme nâh sînem lîbe
sîn kunincrîche solde blîbe;
und enbôt ime dâ bî,
iz solde rehte derre sî, [315]
der iz allir êrist beschrite,
wandiz noh diu nehein man ne gerite. |
Dem
chunige wart ein bote gesant
von dem, dem daz ros was
chunt,
unt hiez ez paz pewaren.
Er sprach, man solte ez
noch an im ervaren,[270]
wem des chuniges gewalt
nâch sînem lîbe
wurde fersalt.
Er sprach: "Daz sol dem,
derz alrêrst bescride,
wandiz nie chein man
ne gerite." |
[24]
Unde alse Alexander
heim quam,
di scrift er harte wol vernam,
wîs was er zunmâzen; [320]
sîne meistere heter verlâzen.
Dannoh ne heter nit vernomen,
wî iz umbe daz ros was comen.
Eines tages dô der jungelinc
in der pelenze ginc, [325]
dô volgetime Vestian,
der was ein edele juncman.
Daz ros hôrter dô weien
und tubilîchen schrîen.
Vil starke er dô dâhte, [330]
waz daz wesen mohte,
mit allen sînen sinne,
wes wêre di freislîche stimme.
Zô Vestiane er dô sprach:
"Nû sage mir, waz daz sîn mach, [335]
daz mir schillit in mîne ôren
und ne lâzet mih nit gehôren;
iz gebârit freislîche.
Sîn stimme di is gelîche
einem freislîchem tiere." [340]
Dô antworte ime schiere
Ptolomeus unde sprach:
"Ih sage dir, waz daz wesen mach:
iz ist ein ros freislîch.
Ime ne wart nie nehein gelîch [345]
in alle kriechische lant.
Bucival ist iz genant.
Dîn vater hât iz în getân.
Iz ne dorfte bezzer nie gegân
under neheiner stûte." [350]
"Iz ne hât nieman in hûte,
wandiz ist vil freislîch.
Sîn stimme di ist eislîch.
Iz irbîzit man und wîb.
Nieman ne mach sînen lîb [355]
vor ime gesunt behalden,
swes iz mûz gwalden." |
Unt
als Alexander haim chom, [275]
al di scrift er wol vernam,
wîs was er zummâzen;
tô alrêrst heter
sîne meister verlâzen.
Des umbe daz ros was gesciet,
des inhabt er noh tô
vernomen nieht. [280]
Eines
tages als er ûffen der palenze gêt, ---
Geste habt in dar gelait
---
dô hôrderz ros
waien,
daz stunt in sîner
tobeheit scrîen.
Alexander sprach zen chinden,
[285]
die mit ime uber die palinze
gingen:
"Ich ne weiz waz mir
scillet inz ôre,
ez ne lât mich
nieht gehôren.
Ich ne weiz wederz ein
ros oder ein lewe det,
wan ez dâ in beslozzen
stêt." [290]
Btholomeus sprach zû
dem chinde:
"Hêre, iz
ist Buzival, ein ros vil swinde.
Daz hât iuwer vater
în getân.
Under der stût
ne mohte nechein bezzer gegên."
"Hêre, ez ne hât
nehein marscalch in hûte. [295]
Wande ez erbîzet
ubele unde gûte." |
[25]
Dô der hêre
diz vernam,
schiere er zô deme rosse quam.
Dô sîn daz ros wart gware [360]
und er iz begunde ane stare,
iz vergaz allir sîner maht
unde woldime wesen dienisthaft.
Iz knête fur in der nider
und ne unsitete niwit sider. [365]
Ime worden sîne gebêre,
alsiz des kindes vil wol gewone wêre. |
Unt
dô diz Alexander vernam,
niwiht er ne beite, ê
er zû dem rosse chom.
Er rief den chinden
unt hiez im den sluzzel
gewinnen. [300]
Ir neheiner getorste daz
ros dâ fur ziehen,
want sie alle vil ungerne
dar în gingen.
Alexander erzurnet daz,
die tur er nider brach.
Er hîz sie alle abe
stân, [305]
er wolte aleine dar în
gân.
Alsô
Buzival gegen im ûz wolte varn
unt ez Alexander ane begunde
starn,
ez erblûcte sich aller
sîner maht
unt wolte ime wesen dienesthaft.
[310]
Ez chnîte fur im dar
nider,
ez ne gerûrthe sich
ouch nimer sider;
alsô chundeclîch
was dem rosse al sîn gebâre,
alsez des chindes wol gewone
wâre. |
[26]
Er begundiz streichen,
daz nieman geweichen
ne mohte neheine wîs; [370]
wander was vil wîs:
er ne legete zoum noh seil dar ane,
er begreif iz in sîne manen.
Ellenthaft was sîn gedanc:
ûf den rucke er ime spranc. [375]
ûz dem marstalle er iz reit,
daz was ein michil baltheit. |
Alexander
begunde dô streichen [315]
ein ros, daz nie nichein
man begunde weichen,
sô der nie seil noch
zôm ane chom.
Mit der mane erz nam.
Er habet ellenthaften gedanc:
ûfen sînen rucke
er ime spranc. [320]
Ûzer deme gademe erz
reit,
daz was ein michel paltheit. |
[27]
Dô wart
daz langer nit verdaget,
dem kuninge wart dô gesagit,
waz sîn sun hete getân. [380]
Der kuninc der spranc ûf sân
und zehenzich sînes gesindes,
er frowete sih sînis kindes.
Di mêre er gerne vernam.
Dô der kuninc dar quam [385]
und in Alexander vernam,
dô tet er alsime wol gezam:
er warf sih nider unde ginc.
Vestian daz ros entfienc,
alsiz Alexander wolde, [390]
mit einem breitele von golde
mit gesteine wol beslagen.
Sînen vater ginc er ingagen.
Dô si zesamene quâmen,
bî henden si sih nâmen. [395]
Ir rede wart vile minnesam,
als ir hie mugit verstân.
"Heil dir", sprach er, "sune mîn,
mih dunkit, du salt kuninc sîn.
Diu gwalt sî dir vil gerêt [400]
alsô verre sô mîn rîche gêt."
Alexander sprach zestunt:
"Vater, got lâze ûh sîn gesunt,
allis gûtes ih û wol getrûwen.
Got lâz ûh lange bûwen [405]
mit froweden ûwer rîche
und ouh sêliclîche.
Noh sult ir, vater, mih geweren
eines dinges, des ih sêre geren:
nû bin ih funfzehen jâr alt, [410]
daz hân ih rehte gezalt,
und bin sô komen zô mînen tagen,
daz ih wol wâfen mac tragen.
Swer diheine tugent sol gwinnen,
der sal is in sîner juginde beginnen, [415]
und swer dir zins sol geben,
wil er iht derwider streben,
der mûz en dir mit scanden
senden von sînen landen
und ouh lasterlîche." [420]
Dô ne wolde der kuninc rîche
niwit langer beiten:
er hîz daz kint bereiten.
Waz sol ih mêr dar umbe sagen:
er hîz ime wâfen vor tragen, [425]
sô man si under des kuninges gesinden
allirbest mohte vinden;
und verkore si Alexander,
man gewunne ime aber ander. |
Ein
pote îlte dem chunge daz sagen,
er ne getorste es nieht
verdagen,
waz sîn sun hete getân.
[325]
Ûf spranc der chunich
sâ
unt zehen
zoch sînes gesindes,
dô frout er sich sînes
chindes.
Di
mêre er gerne vernam.
Unt
alse der chunich gegen im cham [330]
unt alsô in
Alexander vernam,
er thet als im wol gezam:
er warf sich nider unde
giench ---
Vestian
daz ros entfienc
mit
eime guldînen bridele --- [335]
unde giench sîneme
vater gegene.
Unt alsô si zesamene
chômen,
mit handen si sich nâmen.
Ir rede was vil minnesam,
als ir hie muget ferstân.
[340]
"Heil dich", sprach
Philippus, "sun mîn,
mich tunchet, du solt
chunich sîn.
Der gewalt sî dir
vil gereit
alsô wît
sô mîn rîch gêt."
"Heil iuch", sprach
Alexander, "fater mîn, [345]
got lâz iuch iemer
sâlich sîn.
Alles gûtes ich
iu vil wol getrûwe.
Vil lange mûzet
ir iuwer rîche mit genâden bûwen."
(Er chot:) "Fater, nû
bin ich funfzên jâr alt,
daz haben ich rehte gezalt,
[350]
unt bin alsô chomen
ze mînen tagen,
daz ich wole wâfen
mach tragen.
Unt swer eigen tugent
iemer sol gewinnen,
der sal sîn in
sîner jugende beginnen,
unte seh er sich sculdich,
[355]
niwiht versûmer
sich."
Der chunich ne wolte es
niwiht beiten,
er hîz daz chint bereiten.
Waz mage ich iu sundere
gesagen:
er det im wâfen fur
tragen, [360]
sô mans unter eines
chuniges gesinden
aller bezzest chunde finden;
unt widerchurs Alexander,
man gewunne im aber ander. |
[28]
Dô
daz kint nâh rîterlîchen site [430]
wol gewêfent was und geriten,
dô was er ein scône jungelinc.
Si grûzten in alse einen kuninc.
Er sprach, wes si gedêhten,
daz si ime kuninges namen ane lehten, [435]
sô er kunincrîches nit ne hête,
daz er sînen vinger ûf gesezte. |
Unt
alsô daz chint nâch dem site [365]
was wol gewâfen unt
geriten,
dô was er ein scôner
jungelinc.
Si grûzten in
als ein chunich.
Er sprach, wâ si des
gedâhten,
daz sim eins chuniges namen
an leiten [370]
al die wîl, als er
sô vil chunicrîches niuht hete,
dâ er sînen
vinger ûf geleite. |
[29]
Er sprach: "Woldet
ir eine wîle gerûn
unze ih eine tugint mohte getûn:
an einen kuninc wil ih is beginnen, [440]
und mach ih den verwinnen
und ih ime di crônen abe gezîhen
und ûz den velde getûn flîhen,
sô mugit ir mir kuningis namen geben
al di wîle di ih leben." [445] |
Er
sprach: "Woldet ir eine wîle gerûwen,
unze ich aine tugent
mahte getûn:
an einem chunige wil
ich es beginnen, [375]
unt mach ich den uberwinden,
daz ich dem die chrôni
abe ziehe
unt ûz dem velde
tûn geflîhen,
sô muget ir mir
chuniges namen geben
alsô lange sô
ich iemer gelebe." [380] |
[30]
Ein kuninc was
Nicolaus genant.
Alexander fûr in sîn lant
ze Cesaream vor die grôze stat.
Dâ wart der rîcher kuninc entsazt,
Alexander vaht ime den sige ane [450]
und fûrte di crônen mit ime dane. |
Ein
chunich was Nycolaus genant.
Alexander fûr in sîn
lant
Cesaream fur die grôzen
stat.
Dâ wart der rîche
chunich ensat.
Alexander faht ime den sige
ane, [385]
er fûrte die corône
mit im dane. |
[31]
Dô er dô
wider heim quam,
ein vil leit mêre er vernam;
des gwan er ungemûte:
iz was sîner mûter [455]
sîn vater Philippus ab comen
und hete ein ander wîb genomen,
di was Cleopatra genant.
Dô Alexander daz irvant
und erz rehte vernam, [460]
vor sînen vater ginc er stân.
Er sazte di crônen dô,
di er Nicolaô
hete geroubit,
sînem vater ûf daz houbit. [465]
"Her vater, nemet diz ze minnen,
daz ih mit sturme hân gewunnen
unz ih mêr mac getûn;
des habit ir êre unde rûm.
Wene ein dinc, daz ih û clagen [470]
und in mînem herzen tragen,
des hân ih vil swêren mût;
ouh ne dunkit iz mir niwit gût,
daz ir mîne mûter
Olympiaden di gûten [475]
mir ze leide verlâzen hât
und einen ubirhûr begât
mit einen anderen wîbe.
Ih swere û daz bî mîneme lîbe,
swer disen rât hât gefromit, [480]
daz iz ime ze grôzen unstaten noh comet." |
Unt als er dô wider
haim gesan,
ein lait nûmâre
er im vernam:
sîn fater habet sich
sîner mûter geloubet
unt saz in foller brûtlofe.
[390]
Er lîz die sîne
mûter;
die frowe diu hiez Cleopatra.
Alsô
Alexander haim chom,
er giench fur sînen
fater stên
unt nam die corône,
die er mit samt ime dâ hete, [395]
sînem fater ers ûf
sazthe.
Er
sprach: "Fater, nement tiz mit minnen,
daz ich mit sturme hân
gewunnen,
unze ich es baz mach
getûn;
des habet ir êre
unde rûm. [400]
Wan eines tinges trag
ich iu ubelen mût,
daz tunchet mich ze newiht
gût:
daz ir mîne mûter
liezet iuwers willen
unt habet ein uberhûr
gestellet.
Ter rede willich nû
gedagen, [405]
iuwer ezzen willich newiht
fersagen.
Nû wêwen
sô mir die ougen, dâ ich mit kesihe;
ich kedanche sîn
allen den hie,
die disen rât habent
gefrumit,
daz er niemer zêren
chumt." [410] |
[32]
Ein rîter
hîz Lysias,
der stolz und redehaft was,
der was mit der brûte dar comen;
des gwan er lutzelen fromen. [485]
deme was vil harte ungemach,
daz Alexander sô irre sprach,
und antworte ime smêlîche
unde frevillîche.
Des mohter gerne habin enborn; [490]
des gwan daz kint grôzen zorn.
Einen guldînen naph grôz und swâr,
dar ane stunden blachmâl,
hete Alexander an di hande,
den slûch er Lysiam vor di zande, [495]
daz si ime in di kele resen,
und sprach: "Lâ dîne bôse rede wesen." |
Ein
rîter hiez Lisias,
der stolz unt redehaft was.
Dem was daz vil ungemach,
daz daz chint sô erre
sprach,
unt antwurtim ein smâheit,
[415]
alsô dicke der stolze
man tût.
Dô hete der chunich
einen naff swâr,
dâ an stunden guldîne
plachmâl.
Den habet Alexander ûf
der hende
unt slûg en Lisian
fur die zende, [420]
daz sim in sîne chelen
risin.
Er sprach: "Lâ
du dîn rede wesen." |
[33]
Philippus ûf
di tabelen spranc,
wande in sîn grôze zorn dwanc;
der strît ime niht wol geviel. [500]
Dô trat er fur baz unde viel,
daz ime sîn schenkel zebrach.
Lasterlîchen er dô lac.
In andirhalb fiel di brût.
Dâ ne wart neheiner gâbe lût [505]
nieren nehein spileman.
Wande dô iz alsô quam,
daz der kuninc der nider viel,
[508] |
Der
chunich ûf fon der taveln spranch,
wande in sîn zorn
twanc;
wan im der strît niweht
wol geviel. [425]
Dô trat er vor unde
viel,
daz im sîn schenkel
zebrast
unt daz er âne tugent
lach.
Unt alsô der chunich
der nider viel, |
|
Alexander sîn blût
wiel, [430]
sîn zorn in der zû
trûch,
daz er mit tem swerte umbe
slûch.
Unt swer dâ wider
wolte stân,
der ne mohte im mit dem
leben nieht engân.
Ich ne freiscte nie den,
der fernâme, [435]
war diu brût ie bechôme.
Alexander gemâzet
sich es tô
unt giench sînem fater
zû
unt tete im hail sîn
bain
und brâht in unt sîne
mûter in ein. [440] |
|
[34]
Unde
alsô daz was gendet,
dô wart ein bôte
gesendet
unt sagete Philippus daz,
daz er bewaren hîze
baz
sîne burch zô
Antonia [445]
unt fûre dar mit her
gâch
unt nâme die burch
in sîne gewalt;
dâ wâren die
rede manechfalt:
es wâre der sezmanne
wille,
daz reiten sie under in
stille, [450]
wie si sich fon ime gezugen
unt in lasterlîche
betrugen,
unt si sich an dem besatten,
der die burch for im behate. |
|
[35]
Unde
alsô der chunich diz fernam, [455]
harte sêre er sîn
erchom.
Er woltes niht langer bîten:
den sun hîz er dar
rîten.
Alexander sich besante.
Wie stolzlîch er dar
rante. [460]
Helde folk giench im nâh
funf werbe zehinzoch.
Einen sturm tet er mit listen
unt gewan die selben veste.
Fil frôlîche
er widere ze lante chom, [465]
daz er neheinen scaden genam. |
|
[36]
Nû
vernement, waz ich iu hie zele:
fur dem chunige in dem sale
dâ vant er boten Darios
aines geweltigen chuniges,
[470]
der den zins von sînem
fater Philippus wolde enfân,
wander Dario was undertân.
Diz was Darios ter in Danigel
stêt,
der mit dem chriechiscen
chunige streit.
Diz was den Daniel slâfinde
gesach [475]
in einem troume dâ
er lach;
dâ sah er fehten ainen
boc unt ainen wider.
Daz bezeichent die zwêne
chunige sider.
Daz Philippus den zins galt
in Darios gewalt
[480]
dannen uber manegen tach,
daz was tem sune ungemach.
Darius wart umbe den selben
zins erslagen.
Daz ich iu sal wâre
sagen. |
|
[37]
Alexander
spranc ûf al gerihte [485]
zû der boten gesihte.
Des zinses er newiht galt.
Ir hêren er bôslîch
scalt.
Er sprach: "Iuwer hêre
ne hât anderes neheine frumicheit,
wan daz er scaz uber
ein ander leit. [490]
Er was ein harte tumb
man,
daz er zinses an uns
gesan.
Er ne wirt ime niemer
gesant
hinnen ûzer Chriechlant
bî mînen
zîten." [495]
Die boten hîz er rîten,
ê si ersturben an
der stund,
daz sis ir hêren tâten
chunt:
alsô lange sô
er des zinses neweht wolte enbern,
er solt in sîn dâ
haime wern [500]
mit alsô getâner
mâze,
er solte ime sîn houbet
lâzen.
Diz inbôt er ime alsô.
Des wâren die boten
riuwich unt frô:
si wârn vil frô,
daz si des lîbes genâsen, [505]
unt wâren harte riuwich,
daz er ir hêren wolte verdwâsen. |
|
[38]
Unde
alsô diz wart gendet,
dô wart ein bote gesendet
unt saget Philippus, waz
man reit
von ainer sîner untertâner
diet, [510]
von sînen mannen ze
Thelemône,
daz sim unrehte wolten lônen
der triwen, der er mit in
hâte begangen.
Si heten zeim anderen gevangen
und wolten ummâze
wider in stellen. [515]
Alexander nam sîne
gesellen,
frumeclîchen er dar
reit,
alsô dicke der stolze
man det.
In die burch er giench,
den burcgrâfen er
dar ûffe fiench, [520]
die bôsen er drabe
stiez,
die sînen
er drûf liez,
unt nam ir scaz unt gewant
unt allez daz er dâ
fant
unt lêhnte alle sîne
man [525]
mit dem daz er dâ
gewan.
Unt alser dô wider
reit,
dô begagent ime ein
mêror arbeit:
dâ widerreit ime Pausonias,
der ein rîcher marcgrâfe
was, [530]
unt fûrte die chunigin
in sîne gewalt.
A wie sêre ers dâ
ze stede engalt.
Daz was diu scône
Olimpias,
diu Alexanders mûter
was.
Sînen vater lie er
thôtwunt. [535]
Daz wart ime dâ gitân
rihte chunt.
Alexander was ein helt frumeclîch,
den schilt zuht er vur sich,
unt alser ime was wol nâch,
ûf rihte er sînen
scaft, [540]
sprancde, dâr Pausoniam
gesach.
Durh sînen bûch
er in stach,
zû der erde er in
warf.
Er sprach: "Dis stîffaters
ich niuht bedarf." |
|
[39]
Alexander
sprach zû den gesinden [545]
unt hîz den marcgrâfen
ûfpinden.
Er fûrt in lemptigen
in sîn lant.
A wie siech er sînen
vater vant.
Der wunden er niuht genas
die ime slûch Pausonias.
[550]
Alsô Alexander heim
chom,
er giench fure sînen
vater stân.
Er sprach: "Vater, wil
du iwet sprechen,
du maht dich haizen rechen."
Er sprach: "Sun, du heiz
in slahen." [555]
Daz was vil schiere getân.
Dar nâch uber ummanegen
tach
Philippus dâ tôt
lach. |
|
[40]
Unde
alsô Philippus was begraben,
dô wart Alexander
ze chunige erhaben. [560]
Starche wôss ime sîn
gewalt,
dô alrêrist
was er zwainzec jâre alt,
daz er
mit listen unt mit mahten
sîn rîche wol
berihten mohte.
Ich sage iu, wie ers began.
[565]
Er nam sîn aller getriwisten
man,
die ime ze sîner nôte
ie wâren einmûthe.
Er sprach: "Hêren,
wir ne haben niuht ze bîtene,
wir mûzen her laiten
[570]
Chriechlande zêren;
dar an gedenchent, hêren,
daz man ie uber unser
lant
die aller thûriste
chunege vant.
Des lâzen wir die
enkelten, [575]
die uns den zins hiezen
kelten
hundert jâr
unde mê,
daz in ze laster ergê,
daz wir des zinses werden
lôs.
Swer dâ wil snellez
ros, [580]
beidû wâfen
unde gewât,
des thûn ich ime
alles gûthen rât
ân alle sîne
arbeit.
Swer noch mit mir bestêt,
deme teilich lîb
unte gût [585]
unde trage ime imer willigen
mût."
Unde als er diz gesagete,
ir nehein langer dagete,
si sprâchen alle mit
ainer zungen:
"Got behûte uns
disen chunich jungen, [590]
daz er mit genâden
vil lange mûze leben in sînem rîche.
Sô wê dem,
der ime geswîche." |
|
[41]
Er
hiez dô gebieten herrevart
alsim dô gerâten
wart;
dar zû was ime vil
liebe. [595]
Er sante boten unde briefe
ze Chriechen unde ze Mazedôn;
den bôt er den starchen
lôn.
Ze Kalabre er enpôt,
daz sim hulfen zû
der nôth. [600]
Ein stat heizet Nicomedias,
dâ sancte Pantaleon
gemarteret was.
Die fûrin sîne
hervart mit manegem helide,
tûsent brâhten
sie ime ze helfe.
Dô hîz er uber
lant gebieten [605]
mit trô joch mit miete,
daz sime ze helfe chômen,
alsô sie sîne
nôte vernâmen,
unde swem daz versmâte,
daz er sîn houbet
verlorn hête. [610] |
|
[42]
Vil
êrhaft er sîn gerête scûph
des tages, dô er sich
ûz hûb.
Sibenzech tûsent was
sînes hers,
daz schiphet er uber ain
ende des mers,
unde hiez den zins dâ
enphân. [615]
Daz was wider Dario getân.
er fûr dannen in Sicilienlant
unde ferweltigôt alle
die er dâ vant
unde tete sie s:wergen herrevart;
daz sîn vater nie
erwarph. [620]
Alsus mêret er sîn
her
unde schiphte sich dâ
uber mere
unde fûr ze Itale
wart
unde verlie sich an die
scarphen swert. |
|
[43]
Unde
alsô die Rômêre daz fernâmen,[625]
a wie êrhapte sie
im ze gegene chômen.
Sie brâhten im ze
der stund
silbers hundert thûsint
funt
unde einen mantel alsô
edele,
sô chunich under dieseme
himele [630]
von phelel noch von gimme
nie neheinen mohte gewinnen;
unt eine chorône diu
was al rôt golt;
alsus macheten si in den
chunich holt.
Diu gâbe was ime dancnâme,
[635]
des lobet er die gûten
Rômâre. |
|
[44]
Zehen
hundert er mit ime nam
dôr von Rôme
dar chom,
unde fûr zen Africanen
den Darios undertânen.
[640]
Mit gewalte reit er dâ
durch
ze Kartagine in die burch.
Die burgâre tâten
ime die sicherheit.
Vil lutzel er mit ime
reit;
wande si in ummûth
wâren [645]
wider Rômâre
die mâren. |
|
[45]
Dannen
wurden sîne boten gesant
uber al Meridienlant,
dannen in Bethaniam
unde dannen in Galatiam.
[650]
Kartanensen er enbôt,
<...>
sie ne chômen unt
wurden ime undertân,
er hiez si alle an daz crûce
slahen. |
|
[46]
Unde
als si daz vernâmen, [655]
newiht langer si ne wâren,
si chômen al gerihte
zû des chuniges gesihte.
Sie brâhten silber
unde golt
unde macheten in den chunich
holt. [660]
Er ne wolte ir goldes newiht
enphâhen,
er bestunt sie mit genâden.
Wande si dûhten in
frumich unt balt.
Er nam er ein thûsint
in sîne gewalt
unt fûrti sie in Egypto
allesamt [665]
unde stifte dâ zêren
sînes namen
eine burch, diu wart nâh
im genant.
Er erfûre al diu lant,
er ne gesâhe niemer
neheine stat,
diu zû ir mohte werden
gezalt. [670] |
|
[47]
Babilonia
ne wart nie sô wît,
sô man sie noch ane
siht.
Troja ne mohte sich zir
niht gemâzen.
<...>
A waz Gapadotia gebrach,
[675]
daz si wâre alsô
vast!
Pede noch Kartagô
ir newedere was sô.
Rîcher was disiu burch
noch
danne Rôme oder Antioch.
[680]
Alexandria si hiez.
Sînen namen er drinne
liez.
Dannen er durch daz lant
brach.
Er tede ein michel ungemach.
Er was Dario gram.
[685]
Er stôrte Galileam.
Dâ wart in Neptalimlant
al ferhert unde ferbrant.
Alsô tet er Zabulon,
die rîchen burch Naason.
[690]
Er zestôrte Samariam.
Alsô tet er Syriam.
Diz was dâ Naaman
inne was,
der
von der miselsuhte genas.
Er zestôrte ouch Bethuliam,
[695]
dâ Judith Holofern
sîn hôbet nam.
Unde zestôrte ouch
judeisc lant.
Dar nâch wart Jerusalem
ferbrant
unde Bethlehem diu
dâ bî stêt.
sô niemen mit ime
streit, [700]
al biz er Tyre zû
treib.
A waz ime dâ helede
tôt peleib! |
|
[48]
Tyre
was ein stat grôz,
daz mere si alle umbeflôz.
Dâ wârn die
mûre harte [705]
von quâdrestein geworhte,
mit îserenen spangen
was al daz werch befangin,
unde dâ zû morter
unde blî,
wie mehte siu vester sîn.
[710]
Drî wâren der
mûre,
umbe waz solte si daz gût
vertûren.
Daz golt sie ne hâlen:
sie thâten die turne
mâlen,
daz daz rôthe golt
dar ab schein [715]
gemûseth oben an den
stein.
Dan zwiscen gingen de bogen,
si wâren al mit golde
bezogen.
Die turne stunden vil nâch,
wît was der hof dâ.
[720]
Vil grôz scade daz
was,
daz
si Alexander zebrach
durch sîn ubermûtecheit.
Siu was einer mîle
breit.
Er ne waiz in anders neheine
scult, [725]
niewan si wâren einem
chunige holt:
daz was Darios rex Persarum,
deme sie undertân
wâren. |
[49]
Nû vernemet
ouh ein ander: [959]
zô zin sante Alexander [960]
und hiez sînen knehte
sagen in vil rehte,
ob si in ze kuninge wolden entfân
und ime werden undertân
und ime geben in sîne hant [965]
di burc unde daz lant:
er wolde si lâzen leben
und woldin mit êren geben
und mit gnâden lâzen
und faren sîne strâze. [970]
Ob si des nit ne wolden,
er sagetin, daz er solde
ir lant zevôren
und ire stat zestôren
unde nemen in allen daz leben, [975]
ob si ime wolden widerstreben
mit siheiner gwalt.
Dô wâren dar in helede balt.
Dô si di rede vernâmen,
ze samene si quâmen. [980]
Zô Alexandro si santen,
wande si sîn niht nerkanten,
unde hiezen ime sagen,
er mohte gerne gedagen,
wande si sîn niht neforhten [985]
und ze nihte ne bedorften.
Doh trûgen si ime willigen mût
und gâben ime gerne ir gût,
ob erz wolde durh minne.
Sus sprâchen si dar inne. [990] |
Nû
vernement ouch ein ander:
zû zin sante Alexander
[730]
unt sprach, ob si in ze
chunige wolten entfân
unde ime wesen undertân
unde die burch gâben
in sîne gewalt.
Dâ saz inne vil manec
helt,
die alle wider zim santen,
[735]
wande si sîn niewiht
bechanden.
Sie sprâchen, daz
sie in niene forhten,
noch si sîn ze niehte
bedorften,
wan sie trûgen ime
willigen mût
unde gâben ime gerne
durch minne ir gût. [740]
|
[50]
Dô der bote
wider quam
und in Alexander vernam,
und er ime gesagete rehte,
waz ime di gûten knehte
ûz von Tyren enboten, [995]
von zorne begunder roten
vor ungemûte er nider saz;
bî sîme lîbe er sih vermaz,
iz gienge in allen an den leben,
daz si ime torsten widerstreben. [1000]
Er solde sih wol gerechen
unde ir stat zebrechen. |
Unt alsô dise boten
wider chômen,
vernement, wie in Alexander
vernâmi:
mit zorn er der nider saz;
bî sînem hals
er sich vermaz;
er sprach, ez
en solte sîn porlanch
[745]
er wolte si
hân âne ir allir danch. |
[51]
Dô nam er
sîner fursten drî ---
ih ne weiz niht, wî ir name sî ---
und sante si wider in die stat [1005]
und hîz den besten sagen daz,
war si ir wîsheit tâten,
daz si in versmâten,
der Rôme mit sîner craft
under sih hête brâht, [1010]
und alle kriechische lant
hête in sîner hant.
Wes si wolden wênen,
durh waz er dare quême,
daz si sih baz bedêhten. [1015]
si ne kanten in nit rehte.
Er wolde mit sînen knehten
ir starke stat irvehten
und iz ne soldin niemer gefromen,
iz solde in unrehte comen, [1020]
si ne wordin ime undertân.
Nû vernemet, wî iz dô quam:
dô di boten în quâmen
und di burgêre vernâmen,
waz di boten sageten, [1025]
nit langer si ne dageten,
di boten si vingen,
schiere si sie verhingen. |
Dô nam er sîner fursten
drî ---
ouch ne waiz ich, wie ir
name sî ---
unt sante si dar widere
in die stat
unde hiez
den altsten sagen daz: [750]
war sie ir sin thâdin,
daz si den chunich fersmâten,
der Rôme mit sîner
crapht
unt al Chrîchen under
sich hiete brâht.
Unt alsô die boten
fur chômen [755]
unt die burgâre ir
rede vernâmen,
si thâden stolzen
liuten gelîch
unde hingen sie alle ûf
ein zwîch. |
[52]
Dô daz mêre
ûz quam
und iz Alexander vernam, [1030]
dô gwan der helt gût
eines zurnigen lewen mût.
Dô hîz er sîn here
mit schiffen varen in daz mere
und hîz di burg al umbevân. [1035]
daz wart schîre getân.
Und alse die Tyrêre
vernâmen dise mêre,
dô schûfen si ir were
wider daz creftige here [1040]
in der burh innen
und giengen an di zinnen.
Alexander trûch in ubelen danc:
mit sturme er si sêre dwanc.
Und di dar inne wâren, [1045]
daz sagih û zwâren,
di werten ire selede
alse tûrlîchen helide
und vohten sêre her ze tale.
Ih wil û sagen ir zale: [1050]
man zalte si dâ zestunt
mê dan an hundrit tûsunt.
Des geloube swer sô wile.
Si irslûgen sô vile
Alexandris heris, [1055]
daz di unden des meris
von dem blûte wurden rôt.
Der wint der tet in starke nôt,
wander vil stark was,
der selbe der dâ Boreas [1060]
in den bûchen heizet,
und di aller meist reizet
daz mere mit den unden.
Der schiffe slûch er ze grunde
vile, daz si versunken [1065]
und di lûte dar in vertrunken.
Vil manic ouh dâ irslagen lach.
Dô Alexander daz gesach,
des sturmes hîz er abe stân
und hîz balde wider gân [1070]
di schif in di habe,
ob ih rehte vernomen habe. |
Nû
beviench Alexander die burch mit here
mit den scephen in dem mere.
[760]
Mit sturme er sie starche
dwanc,
er drûg in ubelen
gedanc.
Si werten sich vone prîse
wole.
Der werlte ne was nehein
zal,
der in der burch was
[765]
zwainzech thûsent
unde baz.
Alsô vil sclûgen
si ime sînes hers,
daz die unde des mers
von dem plûte wurden
rôt.
Der wint tet in vil nôt,
[770]
daz sîner scephe ein
hundert versunchen
unt sîne helde all
ertrunchen.
Dô Alexander daz gesach,
daz ir alsô vil thôt
lach,
des sturmes hiez er abe
stân, [775]
er thete die sceph wider
in die habe gân. |
[53]
Dô clagete
Alexander
mêr dan sihein ander
sînen scaden grôzen, [1075]
sîne liebe wîcgenôze.
Doh môser getrôsten sih
des scaden ummâzlîch,
wander was ein listich man:
vil grôze boume er gwan [1080]
und hîz si ze samene spannen
von kundigen zimbermannen
und hîz si mit steinen fullen.
Daz was an sînen willen:
swanner iz gefulte vollen hôe, [1085]
daz er sîn ebinhôe
dar ûf zô den turmen brêhte
und lange boume dar abe rihte,
di ûf di zinnen mohten gân.
Mit nîde wolder si bestân. [1090] |
Alexander
bedâhte sich
des schaden ummâzlîch.
Er was ein listich man,
grôze poum er gewan
[780]
unde thede die zesamene
spannen
von chundigen zimbermannin
unde hiez daz mit steinen
vullen.
Daz was an sînem willen:
swane er sîn ebenhôch
zem turne brâhte, [785]
daz er lange poume darabe
rihti,
die der zû den zinnen
mahten gân.
Er wolte sie mit nîde
bestân. |
[54]
Eilif tûsint
von sînen here
santer nâh boumen von den mere
und hîz di boume vellen
und berchfride stellen
ûf einen berch, heizet Lybanus, [1095]
dâ ûf stêt manic cêdrus.
Lybanus in Arabien stêt,
dâ der Iordanis ûz gêt.
Lybanus ist ouh der selbe walt,
den der kuninc Salemon galt, [1100]
wider einen kuninc, der hîz Hyram.
Dem gab er halb Galileam,
wandime di boume wol gevielen
ze zimbrin und ze kielen,
ze balken und ze sûlen. [1105]
Man saget, daz holz gefûlen
ne muge niemer mê
durh regen noh durh snê. |
Einluph
tûsint santer sînes hers
nâch den poumen uber
mer [790]
unde hiez die poume vellen,
er wolte perfrit stellen,
ûf einen perc, heizet
Libanus,
dâ stêt ûf
manch cêdrus.
Diz ist Libanus der
in Arabien stêt, [795]
dâ der Jordan ûz
gêt.
Diz ist noch der selbe walt,
den der chunich Salemon
galt
wider einen chunich, der
hiez Hiram.
Er gab ime halb Galileam,
[800]
wande im die poume wol gevielen
ze zimber unde
ze chielen.
Si nerfûlent ouch
niemer mê
weder durh regen noch durch
snê. |
[55]
Dô Arabes
daz befunden,
di Tyro gûtis gunden, [1110]
nit langer si ne twalten:
di iren walt falten,
unsamfte si ane quâmen,
ein phant si in nâmen
und irslûgen ir dâ zestunt [1115]
mêr dan ein dûsunt.
Dô Alexander daz vernam,
vier dûsint er dô nam
ûz von sînen here.
Daz ander lîz er bî dem mere [1120]
und beval iz zwein fursten,
di iz wol bewaren tursten,
di er mit ime brâht hatte.
Der einer hîz Glatte,
der ander was Perdix genant, [1125]
den bevalch er mit sîner hant
di er dâ wolde lâzen,
unde vôr dô sîne strâze
hin zô den walde
vil wunderlîchen balde [1130]
und bewarte sîne holden,
di ime dâ zimberen solden
ebenhô und berchfride,
di behûtter mit fride
biz daz werc bereitet wart. [1135]
Dô karter an di widervart. |
Nû
de Arabati alsô daz befunden, [805]
die Tyrin wole gûtes
gunden,
newiht langer si nenthwalten:
die den forst valten,
si nâmen ein ungezogenlîch
phant
unt erslûgen ein tûsint.
[810]
Dô
Alexander daz vernam,
vier
tûsent er nam
des hers, daz er noch dô
habete.
Ein herzoge hiez sich Gracto
unde ein ander der was
Perdix genant, [815]
den bevalch erz gesez in
die hant
unde fûr dô
selbe ûz
ze
dem berge Libanus,
unde
bewarte sîne holden,
die dâ zimberin solten,
[820]
biz iz alliz gereite wart.
Dô nam er die widervart. |
[56]
Alle di wîle
dô Alexandris here
nâh den boumen fûr von dem mere,
dô wurden di Tyrêre
di rîchen burgêre [1140]
beide stolz unde balt.
Si ranten ûz mit gwalt.
Starke si sih râchen,
ein castel si zebrâchen
undir Alexandris man. [1145]
Stolzlîche hûben siz an
eines morgenis frû
mit fûre giengen si ime zû.
Si slûgen unde viengen,
swaz si ir begiengen. [1150]
Swem des bedûhte,
daz er untflîhen nit ne mohte,
der sencte sih an der stunt
nider an des meres grunt.
Vor wâr ih û daz sage, [1155]
daz man si in allem dem tage
nie nîren gesach,
biz man di gruntfeste brach:
dô vant man si an des meres grunt.
Di quâmen wider ûz gesunt. [1160] |
Nû
was Alexander mit here
nâch den poumen uber
mere.
des wurden die burgâre
stolz unt balt. [825]
Si ranten ûz mit gewalt.
Ubirmûtechlîche
si sich râchen,
ein castel si im zebrâchen.
Eines morgens frû
mit fiure gingen sime zû
[830]
unde sclûgen unde
fiengen
alle die si drûffe
begiengen.
Noch mag ich iu sagen mêre:
si besencten sich in den
sê,
daz man si in allem tage
niene sach, [835]
ê man die gruntfeste
zebrach.
Sie sancten sich in des
sêwes grunt
unt chômen after ûz
wider gesunt. |
[57]
Dô daz castel
zebrochen wart,
dô hûb sih dâ ein sturm hart.
Dâ wart michel gedôz.
Dâ was der strît vil grôz,
dâ si volgeten den vanen. [1165]
daz wart sêre ze banen
dem, der iz mit dem lîbe galt.
An zwei hundrit wurden gezalt,
di den lîb dâ verlorn
und den bitteren tôt corn. [1170]
Di dâ lâgen irslagen,
daz wil ih û wêrlîchen sagen,
di wâren Alexandris man,
alsih mich versinnen kan.
Di von Tyre schieden dannen [1175]
gesunt mit irn mannen,
vil lutzil ir tôt bliben.
Stolzlîche si triben
di Kriechen von der vesten.
Dô was dâ den gesten [1180]
gescadit vil sêre.
Dô êrist quam ir hêre
ze strîte harte wol gare
mit einer gewâfinder schare.
Dô entwichen ime di gaste [1185]
in di burch vaste. |
Unde
alsô daz castel was endwart,
dô hûb sich
ein sturm hart [840]
von den herzogen zwein.
Dô beleib der burgêr
nie nechein.
A wie maneger des sturmes
enchalt;
ze zwain hundert wâren
sie gezalt,
die dâ thôt
piliben, [845]
al dâ sis von den
porten triben.
Dâ wart in gescadet
vil sêre.
Dô alrêrist
chom ir hêre.
Owê daz Tyre dô
niht genas,
alsô wol ir begagent
was. [850] |
[58]
Dô Alexander
sih bedâhte,
waz er getûn mahte,
er hîz insamt heften
di schif mit manniscreften. [1190]
Er hîz si starke spannen
mit îsenînen lannen
ein benebin daz ander.
Ouch hîz Alexander
di schif mit hûten bezîhen, [1195]
daz di unden dar în nit ne gîen.
Des nam man gûte goume.
Von den langisten boumen,
di si ieren hatten,
berchfride si dar ûf sazten [1200]
und tribin si zô den zinnen.
Alsus wolder gewinnen
Tyrum di hêre stat.
Di dâ bî dem mere lach. |
Nû
willich sagen allen, die des niene chunnen,
wie Tyre wart gewunnen.
Alexander chom mit grôzer
chrefte
unt tet sceph zesamen hephten
imer zwai unt zwai neben;
[855]
unt hîz den îsrîne
pente geben,
unt tet die mit hûten
alsô uberziehen,
daz die unden dar în
niene giengen.
Perfrit dar ûff si
sazten
von den aller lengisten
poumen, die sie habeten, [860]
unde triben si zû
den zinnen.
Alsus wolten si die burch
gewinnen. |
[59]
Diz sult ir rehte
merken: [1205]
dô hîz er starc gewerke
machen ûffe schîben
und zô der stat trîben
und hîz di mûren howen
mit stehelînen gezowen. [1210]
Dô irhûb sih ein sturm grôz.
Starke man warf unde scôz
von den einen zô den anderen.
Sêre mohtes deme wunderen,
der ie diheinen sturm gesach. [1215]
Von der werlde, di dâ tôt lac,
wart daz mere al ein blût.
Des wôhs Alexandro sîn mût,
er bestunt si mit nîde.
Von den berhfriden, [1220]
di wâren hôer dan di turme,
dô bestunt er si mit sturme.
Dâ wurden di scônen swibogen
in daz wazzer gezogen
und di gemôseten steine. [1225]
der mûren brach dô eine
Alexander und di geste,
di dâ was di beste. |
Der
chunich hiez die mûre hauwen
mit stêliner gezowe.
Dâ hûb sich
ein sturm vil grôz. [865]
A wie man warf unde scôz
von den ainen zen andern,
daz alle die mahte wundern,
die ie dechainen sturm gesâhen.
Von der werlte, diu dâ
tôt lach, [870]
sô wart daz mere allez
ein blût.
Des wôhs dem chunige
wol sîn mût,
er bestunt sie mit nîde.
von den perfriden hiez er
sie trîben.
Die wâren hôher
danne die turni. [875]
Daz tet er in ze zorne.
Dâ wurden die schônen
turne mit den bogen
in daz wazzer gezogen,
unt brâchen dâ
der besten mûre eine,
die ie burch gewan deheine.
[880]
|
[60]
Dô si zer
anderen mûren quâmen,
cêdirboume si nâmen [1230]
unde lange tannen:
bercfride hîz man spannen
und rihte si ûf mit listen
und sazte si zô der vesten.
Dô steich Alexander [1235]
und manic man ander
ûf di uberisten were
und hîz sturmen sîn here.
Dâ nider an der erden
hîz er den sturm werden. [1240]
dô hîz man werch ûf schîben,
zô der mûren trîben.
Mit gezowe man di mûre brach.
Vil manic man dâ tôt lach.
Man mohte dâ scowen wunder, [1245]
sêre vaht Alexander.
Sîn schilt der was elfinbein,
bezzer ne wart nie nehein.
Sîn helm der was ouh alsô gût,
daz nehein swert dar durh wût. [1250]
ouh heter umbe di sîten
ein swert von gûter snîten
und an der hant einen gêren.
Er frumte manigen sêren.
Daz sagih û vor ungelogen. [1255]
Dô gesah er den herzogen,
dem Tyre was undertân,
vor sih ûf di mûren stân.
Den scôz er mit den gêren durh
und faltin tôt in di burch. [1260] |
Alsô si ze der ander
chômen,
zêderboumi sie der
nâmen
unde dar zû lange
dannen.
Dô hiez er perfride
spannen
unde rihte die ûf
mit listen [885]
unde sazte si ûf zû
der feste.
Alexander steich ûf
daz obrist gewer
unt gebôt den sturm
uber al daz here
unde liez dô mit der
werlte
den êristen sturm
werden. [890]
Mit hameren man die burchmûre
zebrach.
A waz dâ werlte tôt
belach!
Alexanders schilt was helfenbein,
bezzer wart nie nechein.
Sîn helm was alsô
gût, [895]
sô der nî nechein
swert durch gewût.
In der hende trûch
er einen gêr
von golde gedrâjet
vil hêr.
Dô sach er den herzogen
stân,
dem al Tyre was undertân,
[900]
kegen ime ûf der mûre.
Er lie sich es niuht fertûren,
er scôz in mit tem
gêre durch
unde falt in tôt in
die burch. |
[61]
Dô tete
der kuninc einen sprunc
und mit ime manic helt junc
nider ûf di zinnen.
Di burg wolden si winnen.
Vier tûsint lûtis mit ime spranc, [1265]
ellenthaft was ire gedanc;
mir ne betriege mîn wân:
dâ spranc iteslîch man,
daz er nâh der stunt
niemer mêr ne wart gesunt. [1270]
Dâ was michele nôt.
Hundrit sneller helede tôt
von dem springene lach.
Ouh liden michil ungemach
die kriechischen geste, [1275]
dâ si brâchen di veste
nider zô der erden.
Nie ne mohte werden
ein mûre, di bezzer wâre,
daz sagih û zwâre. [1280] |
Dô
tet der chunich ainen sprunc, [905]
mit im manich helt junc
fon den perfriden ûf
die zinnen.
Aalsus wolden sie die burch
gewinnen.
Vier tûsint ir mit
ime spranch,
sie trûgen ubelen
gedanc. [910]
Mîn wân ne triege
mich,
dâ gespranch ir etelîch,
daz
er dâ zestunt
niemer mêre wart gesunt,
daz ir ein hunderet tôt
lach [915]
ân andere ungemach.
Dâ brâchen sie
die besten mûre zû der erde,
diu der ie dehein solte
werden. |
[62]
Dâ was daz
velt vil wît,
dâ was der bitteriste strît,
von dem ih ie gehôrte sagen.
Man ne sah dâ niemannen verzagen.
Man mohte dâ degene scowen [1285]
durh den helmen verhowen.
Man sah dâ manigen rîter junc
durh den halsberch sô verwunt,
daz er nit ne gnas
in den strîte, der dâ was. [1290]
durh di schilde fûr der gêr
und mahete manigen helt sêr.
In den selben nîtspile
leit ungemachis vile
der eine joh der ander. [1295]
der wunderlîh Alexander
der machete in den stunden
freislîche wunden.
Er irslûc des lûtes de menige.
Gebeizet was sîn brunie [1300]
in eines wurmes blûte.
Manigen helt gûten
irlôseter des lîbes.
Des sît âne zwîbel.
Sîn brunie was hurnîn vil vast. [1305]
er hete manige grôze list.
Ih wil û wêrlîchen sagen:
vor den, di dâ lâgen irslagen,
sô ne mohte nieman
ûf die erden gegân, [1310]
sô vil lach ir dâ tôt,
daz dâ ingagen wurden rôt
des tiefen meris unden.
In den selbin stunden
di helede von Tyre, [1315]
des lebenes vil gîre,
di fuhten sô di wilden swîn,
wene daz nit solde sîn
ir lebenes dô mê.
In was in beidenthalben wê. [1320]
Eine vil lange wîle
flugen di phîle
alse der snê unde der regen.
Dâ bleib manic tûre degen. |
Dâ
was daz velt vil wît,
dâ hûb sich
der bitteriste strît, [920]
dâ ich noch ie abe
hôrte gesagen.
Dâ ne gesach man nechein
zagen.
Dâ mahti man manegen
degen scouwen
al durch den helm verhouwen,
unde manegen rîter
junch [925]
al durch die halsperge verwunt,
daz er der wunde niht genas,
want daz swert scarf was.
Durch den scilt flôch
der gêr
unde machet manegen helt
sêr. [930]
Dâ hete jâmer
ein alsô der ander
âne der wunderlîche
Alexander.
Er slûch des liutes
die menige.
Gebeizet was sîn brunne
in eines wurmes blûte.
[935]
Er stunt ime stolzes mûtes.
Hurnen was siu veste.
Ez chom vone grôzen
listen.
Ez lâgen thûsint
unt aver thûsint,
ûf der erde mahte
niemen gân, [940]
alsô vil lag ir dâ
erslagen,
daz iz iu unzellîch
ist ze sagen.
Die chûnen von Tyre,
des lebenes vil gîre,
si fuhten alsô wildiu
swîn, [945]
swes tôt nieht solte
sîn. |
[63]
Dâ fuhten
Alexandris man, [1325]
alsiz heleden wol gezam.
Doh brâchen si Tyrêre durh
und wichen wider in di burch.
Alexander tet in unreht.
Er verlôs dâ manigen tûren kneht. [1330]
Vil zurnic wart er dô.
Mit nîde ginc er der porten zô:
di dar ûffe wâren,
di tâten ime scaden mâren.
Di porte hete drî turme; [1335]
dâ geschît er abe mit zurne,
wandime dâ leides vil gescach.
Mit sînen fursten er dô sprah
und nam iren heimlîchen rât,
wî er gehandelte di tât. [1340]
Er sprach: "Nû râtent mir, des ist zît,
wandir vil wîse lûte sît:
nement nû dise di uberin hant,
sô spottet man unser in daz lant." |
Die
umbe die burch lâgen,
sie ne dorften sich des
siges niemer gerûmen.
Wande die burgêre
brâchen si durch
unt wichen aber wider in
die burch. [950]
Dâ verlôs er
manegen dûren chneht,
Alexander tet in grôz
unreht.
Harte
zurnt sich Alexander dô.
Mit nîde giench er
der porten zû.
Die dar ûf wâren,
[955]
si tâten scaden mêre.
Ûf ter porte stunten
drîe turni;
dâ geschiet er abe
mit zorni
des mordes, des er an sînen
holden gesach.
Mit sînen fursten
er sprach: [960]
"Hêren, bedenchet
iuch sîn enzît,
wandir tiure chnehte
sît:
nement si nû die
oberen hant
sô ist unser spot
uber daz lant." |
[64]
Ime rieten sîne
fursten, [1345]
di ime râten tursten,
daz er sante ubir sê
und lieze heris comen mê
und hieze mangen rihten
und tête di turme brechen [1350]
mit sturmes gewalt.
Schiere wurden dâ gestalt
zwô und sibinzich mangen
mit hurden wol behangen,
gemannet unde geseilet. [1355]
Di wurden in drî geteilet
und wurden getriben zô der burch.
Dô wâre dâ eines friden durht.
In di burch wurfen si dô
beide spâte unde frô [1360]
kriechisc fûr unde wite,
daz was Alexandris site:
kriechisc fûr cunder wirken
und ne liez daz niemanne merken,
von wilhen listen daz quam, [1365]
daz iz in den wazzere bran.
Daz warf er în zô der burh.
Dâ mite branter di turme durh
und manigen vil herten stein.
Dô ne bleib der burgêre nehein, [1370]
si ne môsten von den zinnen gân,
wande si ne tursten dâ niwit langer stân
vor des fûris forhten.
Alexander dranc zô der porten,
mit nîde er si der nider brach. [1375]
sîner helede vil dâ tôt lach.
Ime wâre doch leides me geschît,
ne forhten si daz fûr nit
unde maniger mangen worf.
Sô solde ime ouh di burh [1380]
wesen vil tûre,
ne hêter si mit den fûre
und mit den mangen nit bestân.
Daz sult ir wizzen âne wân. |
Der rât, der ime dô
wart getân, [965]
den mugent ir schiere verstên.
Sie rieten, daz er mange
getâte richten
unde lieze die turni brechen.
Zwô unde sibenzech
mange wurden dâ gestalt,
sie wurfen alle mit gewalt.
[970]
Si wâren vil wol gesailet.
Si wurden in driu getailet.
Si wurfen fûr unde
witi,
daz was Alexanders site:
daz er chriechisc fûr
chunde wurchen [975]
unde liez iz niemen merchen,
von welher liste iz im chom,
daz ez in dem wazzere bran.
Daz warf er în zû
der burch.
Dâ mite brante er
sie al durch unt durch [980]
unde dar zû manegen
herten stein.
Dô belaib der burgâre
nie nehein,
si mûsen dô
alle von der zinnen gân.
Wande si ne getorsten dâ
nie langer gestân
for des fûres forhten.
[985]
Alexander der tranch zû
der porte,
mit nîde er sie der
nider brach.
A waz ime dâ helede
tôt lach!
Des wârim sêre
mê gesciet,
forhten si der mange wurfe
nieht. [990]
Sô solt im diu burch
werden tiure,
gewunners nieht mit chriechiscen
fiure. |
[65]
Alexander
wolde sih vollen rechen: [1385]
er hîz di turme nider brechen,
di daz fûr hete verlâzen.
Der rîchestin burgêre, di dar inne sâzen,
<...>
hîz er drî dûsint fâhen [1390]
und blinden unde hâen
wider sînen fursten drîn,
di er sante dar în.
Des siges, des er dâr nam,
wêre er ein wol bedâht man, [1395]
er ne wurdis niemer frô;
wandiz gescah ime alsô,
daz ime mê lûte tôt bleip,
des sagen ih û di wârheit,
dan der in Tyro wâre [1400]
geste oder burgêre. |
Alexander
wolte sich wole rechen:
er hiez die trîe turne
nider brechen,
die daz fûr hiete
verlâzen. [995]
Der aller rîchisten
burgâre, die in der burch sâzen,
der thede er driu tûsint
fâhen
unde hiez sie blenden unde
hâhen
wider sînen furstin
drîn,
die er dâ for sante
der în. [1000]
Des siges, des er dâ
nam,
wêrez ein wole bedâht
man,
er ne wurdes niemer ze frô;
wande ez gescah sît
alsô,
daz ir mêre was der
ime dâ tôt belaib, [1005]
<. . .>
tan der inerhalb Tyre wâre
weder geste oder burgâre.
|
[66]
Zestôret
lach dô Tyrus.
Di stifte sint der kuninc Apollonius,
von dem di bûch sagent noh,
den der kuninc Antioch [1405]
ubir mere jagete,
wander ime sagite
ein rêtisle mit forhten.
Daz was mit bedecketen worten
gescriben in einen brief, [1410]
daz er sînes selbes tohter beslief.
Ouh ist Tyrus di selbe stat,
dâr Chananea unsen hêren bat,
daz er si getrôste
und ir tohter lôste [1415]
mit sîner volleiste
von den ubilen geiste.
Dâ gewerte si unser hêre
durh sînes selbes êre
unde machete dâ zestunt [1420]
ir tohter gesunt. |
Al zestôret was dô
Tyrus.
Die stifte sint ter chunich
Apollonius, [1010]
den Antioch uber mere jagete,
wande er ime sagete
daz rêtsce an einem
brieve,
daz er mit sîner tohter
sliefe.
Tyre is noch diu selbe stat,
[1015]
dâ daz heiden wîb
unseren hêren pat,
daz er ir tohter erlôste
von dem ubelen geiste, der
sie nôte. |
[67]
Dô cunte
Dario ein man,
der ûz von Tyren entran,
wî der kuninc Alexander
hête in sînen lande [1425]
sîne lûte gevangen,
geblindet und irhangen
und gewôstet sîn lant
unde daz ouh wêre verbrant
Tyrus unde lêge in colen; [1430]
und er daz laster wolde dolen.
Dar umbe mohter sih gescamen
sînes kuninclîchen namen,
daz er in mit gelfe
niwit ze helfe [1435]
schîre ne quême,
dô er ir nôt vernâme. |
Dar
nâch uber unlanch stunt
sô wart Dario chunt
[1020]
von einem, der vone Tyren
entran,
daz Alexander der chûne
man
sîne liute habete
gevangen,
unde geblentet unde erhangen,
unt diu schône Tyre
lâgen cholen [1025]
unde er sie hieze daz laster
dolen.
Er sprach, er mohte sich
scamen
sînes chunichlîches
namen,
daz er in niuht ze helfen
chôme,
dô er ir grôze
nôt fernâme. [1030] |
[68]
Der rîche
kuninc Darius
der antworte im alsus:
"Der kûne Alexander [1440]
der tût als ein tumber
unde alse ein kindischer man,
der sih versinnen nit ne kan.
Daz wirt vil lîhte sîn val,
wander dar umbe sal [1445]
sîne êre verliesen
oder den bitteren tôt kiesen,
er ne vare schiere wider heim."
Doh wart er des inein,
dô er gienc ze râte, [1450]
daz er ime sante drâte
einen guldînen bal
scône unde sinewal.
Ouh santer ime zehant
zwêne hêrlîche scûchbant [1455]
und ein lutzil goldis in einer laden.
Er wânde, daz er ime gescaden
mit nihte ne mohte,
biz daz erz besûhte.
Und hîz von disen drîn sachen [1460]
einen brief machen,
der ime rehte bescheinte,
waz dise gâbe meinte. |
Ain
rîcher chunich was Darios.
Derwider dâhter alsus:
Alexander dûhte in
lutzel.
Er sante im eines chindes
stuzel
unde dar zû ein scûhpant,
[1035]
alsô erz in sînem
herzen vant,
unde ein wênich choldes
in einer lade.
Er wânde er
ime iemer mohte gescaden.
Unt sante im dise drîe
sache
unt tet des einen brîf
machen, [1040]
daz ez der brîf benante,
umbe waz er ime die drîe
gebe sante.
|
[69]
Mit dem balle
meinter daz,
daz ime gezême michilis baz, [1465]
daz er mit anderen kinden
des balles spilen gienge,
dan er sîne lûte vienge
und di slûge oder hienge.
Dar zô meinten die scûchbant, [1470]
di er ime ouh hete gesant,
daz ime Alexander
und dar zô manic ander
tagelîch dienen solde,
alsô vil sô er wolde. [1475]
ouh meinte daz golt,
daz ir vil rehte merken sult,
daz sîn vater wêre
sîn rehter cinsêre,
und daz er ouh solde [1480]
leben mit dem golde,
biz daz er heim quême,
und niemanne niht ne nême
und ouh schiere heim rite,
und ob er iwit lange bite [1485]
oder tâte wider sînen willen,
er hieze in mit besemen villen. |
Ain
stuzel sante er im umbe daz,
daz ime daz stunde michel
baz,
daz
er mit den chinden spilen gienge, [1045]
danner sîne liute
cholte oder hienge.
Daz bezêchinôt
daz scûchpant,
daz Alexander wart kesant,
daz er ime tagelîchen
dienen solte,
ob Darios wolte,
[1050]
wanten scûchpant nuzet
man tagelîch;
daz er dar an bedâchte
sich
unde lieze sîn irreheit
stân
unt wâre sîneme
hêren undertân,
alsô ander sîne
forderen teten, [1055]
die sich nie wider ime gesazten.
Daz
bezeichnôt daz cholt:
daz er rehte merchen solt,
daz daz ter zins wâre,
den ime sîn vater chulte
aller jârilîch
turch sîne hulde, [1060]
daz er in des prâcht
innin
unt fûr im den zins
gewinnen;
unt daz er des choldes solde
leben
unde er niemen niuht solte
nemen,
unz er wider haim chôme;
[1065]
daz er niemen sînes
niuht nâme,
unde daz er schiere dannen
rithe
unde niuht langer bite.
Unt dêter iwiht mêre
wider sînen willen,
er hiez in mit dem besemen
villen. [1070] |
[70]
Dô Alexander
den brieb gelas,
vil harte ummêre ime was,
daz er in mit besemen wolde slân. [1490]
sîne boten hiez er alle hân.
Der boten einer zô ime sprah:
"Hêre, ne tût uns nehein ungemach;
wande daz ne wâre niwit reht,
swâ sihein uher kneht [1495]
uher botescaft tribe,
daz er dar umbe tôt blibe.
Ne schendet niwit uheren namen.
Wir jehen û alle samen,
daz under disen kuningen allen [1500]
neheiner mach zô û gevallen,
der mit sulher frumicheite
sîn here ubir lant leite,
alsir, hêre kuninc, tût.
Nû bedwingit uheren mût [1505]
unde habit unsir mâze.
Wî torste wir lâzen,
daz unser hêre uns gebôt,
durh siheiner slahte nôt!" |
Unde
alsô Alexander den brîf gelas,
owî wie smâhe
ime was,
daz man ime trôte
ze slahen.
Die boten hiez er alle ûfhâhen.
Der boten ainer zim sprach:
[1075]
"Hêre, tût
uns nehain ungemach;
wande ez ne dûcht
iuch gnâde noch reht,
swâ sô iwer
chneht
iwer botescaf tribe,
daz er drumbe tôt
belibe; [1080]
unde niene scentet iweren
namen.
Wir jehen des, hêre,
alle samt,
daz under disen chunigen
allen
neheiner ziu mach gevallen,
der mit alsô grôzer
frumicheit [1085]
sîn here uber lant
leit,
sô ir, hêre
chunich, tût.
Nû bedwinget iweren
mût
unde habet unser mâze.
Wande wir getorsten die
botscaf nieht lâzen."[1090] |
[71]
Alexander bedâhte
sih, [1510]
den boten wart er gnêdich.
Er ne weiz in niwit durh di scult,
er gab in wider daz selbe golt,
daz ime von Dario quam.
Er sprah: "Vil ubile daz gezam, [1515]
daz mih drowete ze slân
Darius uher hêre,
waz sol der rede mêre:
er ist ein unversunnen man.
Er hât glîche getân [1520]
alse der blôde hovewart.
Sulih ist sîn art:
swenner nahtes iht vernemet,
durh sîne blôdicheit wirt er irgremet,
er ne tar dar nâher comen niet, [1525]
al bellender flîhet.
Alsô hât Darius getân.
Er ne tar mir niemer bestân,
wander ist ein tumber.
Er zuckit sih in einen cumber, [1530]
dâ er nit ûz ne mac comen.
Sînen brieb hân ih wol vernomen.
Diu gâbe ein ander meinet,
dan mir der brief bescheinet. |
Alexander
bedâhte sich,
er wart den boten genâdich.
Er ne waiz in nieht umbe
die scult,
er gab in wider daz selbe
golt,
daz ime von ir hêren
bechom. [1095]
Er sprach: "Awî
wie ubele ich ime des gan,
daz mir iwer hêre
drowet ze slahen.
Er hât gelîche
getân
alsô der bôse
rude toet:
des nahtes alsô
er iwiht verstêt, [1100]
sô ne getar er
sich dar nâher niuht geziehen,
er beginnet ûzwerd
flîhen
unde wîzet iz alles
mit sîner cheln
und beginnet darwert
belen."
Er sprach: "Iwers hêren
brief mir niuht gevellet, [1105]
wande er zer gebe niene
gehillet.
Diu gâbe diu ist
lobelîch
unt der brief der ist
redelîch.
Er bezeichenet alle ein
ander",
sprah der chunig Alexander.
[1110]
|
[72]
Den bal hât
er mir gesant, [1535]
dâ mite hât er mir bekant,
daz iz alliz an mir sol stân,
daz der himel hât umbevân;
und ih hêre sule werden
noh an diser erden [1540]
ubir alle di rîche,
di sint in ertrîche,
unde ubir alle di lant,
di ie wurden genant. |
"Der
stuzel, den mir iwer hêre hât gesant,
dâmit hât
er mir rechte bechant,
daiz allez ane mir sul
bestân,
swaz sô unter deme
himele is betân,
unt ich is alles hêre
sul werden [1115]
ûf der scîbligen
erde. |
[73]
Er
sante mir ouh zwê schûhbant. [1545]
Dâ mite hât er mir becant
daz er sih mir ze eigene wil geben
und mit mînen gnâden leben
und mîn dienist wille sîn
zallen herverten mîn. [1550]
Mit dem golde, daz ir mir habet brâht,
dâ mite hât er gedâht,
daz mir eineme daz gezeme,
daz ih den zins von ime neme
und ouh alle erdische lant [1555]
bedwinge zô mîner hant." |
Den
riemen, den er mir sante,
dâ mite
er mir bechante,
daz er sich mir zeigen
welle geben
unt iht in mînen
genâden iemer welle leben, [1120]
daz er mîn dienest
welle sîn
ze allen herverten mîn.
Daz golt, daz ir mir
habet prâht,
dâ mit habet er
mir gesaget,
daz iz mir al einem wol
gezeme, [1125]
daz ich den zins von
ime neme
unde dar zû von
allen landen,
unde bedwinge die ze
mînen handen." |
[74]
Diz screib Alexander
dô
und santiz Dario
und embôt ime dâ mite,
daz er noh drî mânede bite; [1560]
er ne woldiz niwit lengen,
zehenzic tûsint wolder bringen
ubir daz wazzer Eufraten
vor di mêre Babylonien.
(er sprah): "Sint daz er zinsis von mir geret,[1565]
er wirt is aldâ gewert
mit sô getâner mâzen,
daz er mir mûz lâzen
ze phande sîn houbit,
oder ih werde beroubit [1570]
mînes lîbes und mîner manne.
Und ob ih zagelîche danne
von dem volcwîge flîhe,
sô gelobe ih, daz mir geschie
dane vorder niemer mêre [1575]
frowede, gût noh êre.
Alsus wil ihz bestân."
Unde alse Dario der brieb quam
und er in gelas,
alse dâ gescriben was, [1580]
zornlîche er ûf fûr.
Bi sîneme rîche er swôr:
"Iz werde ze scanden
dem tumben Alexandren,
daz er mich ie beschalt. [1585]
Er ist worden ze balt.
Er ne gewinnit is niemer fromen,
daz er ie getorste comen
durh mîn laster in mîn lant.
Des sol er werden gescant, [1590]
sô daz erz niemer mêr ne getû,
wander irhebet sih ze frû." |
Diz
sazte man dô allez an einen brief,
daz was dem chunige Alexander
lieb. [1130]
Er screib in selbe mit sîner
hant.
Er wart dem chunige Dario
gesant.
Er inbôt im ouch dâmite,
daz er noch trîe mânôt
bite.
Er sprach, er ne wolte niuht
langer lengen, [1135]
zehinzech tûsint wolte
er bringen
uber daz
wazzer Eufrates,
niweht gedanchet er des,
ze Babilonii fur die grôze
stat.
Alsus wart an den brîf
gesazt. [1140]
Alsô lange sô
er des zinses nieht ne wold enpern,
er solte sîn dâ
heime wern
mit alsô getâner
mâze,
er solt im sîn houbet
lâzen.
Unde ob er daz tagedinch
liezi, [1145]
daz er
niemer chunich kehieze,
er bestunde daz volcwîc.
Darios was ein chunich rîch.
Unde alsô der brîf
fur in chom,
freislîch er in vernam.
[1150]
Mit zorn er ûf fûr,
bî sînem rîche
er swûr.
Er sprach: "Daz mich
ie der bescalt,
des vater mir den zins
chalt:
ich salz an die schande
chêren,
[1155]
iz ne regêt im
niemer zêren",
er sprach, noch ouch niemer
gût ende genâme,
daz er ie durch sîn
laster ûz chôme. |
[75]
Dô sante
Darius einen brieb
zwein herzogen, di ime wâren lieb.
Der eine der hîz Marius, [1595]
der brieb nennet in alsus,
und der ander Tybotes.
Er hîz si sêre biten des,
daz si gegen Alexandren kêrten
und im daz lant werten [1600]
und sînes hôhmûtes widerstiezen
und ubir daz wazzer nit ne liezen
Eufraten heim ze lande varn;
daz si daz wolden bewaren
unde mit strîte in bestunden [1605]
und brêhten in gebunden.
Nû er dar nâh strebete,
daz er ubir alliz, daz dâ lebete
ieren an der erden
der hôiste wolde werden, [1610]
daz solde an einen galgen wesen.
Dô der brieb wart gelesen,
dô sprachen di herzogen:
"Darius ist harte betrogen.
Er heizet uns den man vân, [1615]
dem alle di lant sint undirtân
und der di fursten hât gevangen
und des wille ist irgangen
ubir Jherusalem und ubir Tyre.
Sînes selbes ist er gîre. [1620]
Rôme und Egiptelant
stânt beide an sîner hant.
Er bedwanc Kartaginen di burch.
Mit gwalt reit er dâ durh.
Er hât ouh manic ander lant [1625]
verwunnen und verbrant,
bedwungen und zestôret,
der ein teil Dario hôret.
Daz hât Darius al versezzen.
Alexander hât sich vermezzen, [1630]
iz gê ze scaden oder ze fromen,
wil ime Darius ingagen comen,
er wil in menlîchen entfân
unde mit volcwîge bestân.
Er wil unsen hêren [1635]
aller sîner êren
verstôzen oder crenken.
Darius sol sih bedenken
und handeliz noh mit sinnen.
Er mah sîn lîhte gwinnen [1640]
scaden unde scande
in sînes selbis lande." |
Darius
sante einen brief
zewein herzogen, die wâren
ime lieb, [1160]
unt bat, daz si Alexander
diu scef pesparten
unde ime
daz lant werten,
unde daz si in wider stiezen
unt uber daz wazzer niene
liezen,
uber daz wazzer Eufrates;
[1165]
daz was Marios unde Typotes;
daz si
in selben sazten dernider
unde in bunten alsein wider,
daz sir manheit gedâhten,
daz si in lemtigen brâhtin.
[1170]
Er sprach, wie gerne er
ime helfen solte
zallen den êren, er
wolte
der hôiste sîn
ûf der erde
unt mûste daz an ainem
galgen werden.
Dô
sprâchen die zwêne herzogen: [1175]
"Unser hêre ist
vil sêre betrogen,
daz er uns den man heizet
vâhen,
dem alliu lant sint undertân,
unt die fursten habet
gevangen
unt sîn wille ist
regangen [1180]
uber Jerusalem unt uber
Tyre.
Sîn selbes ist
er gîre.
Rôme und Egyptelant
stênt beidiu in
sîner hant.
Kartago diu rîche
burch [1185]
mit gewalte reit er dâ
durch
unt hât manege
gûte burch zestôret,
die unseren hêren
ane hôrent.
Unt unser hêre
hât iz allez versezzen.
Der chunich Alexander
hât sich noch aines mêren vermezzen, [1190]
daz ern in sînem
aigeneme lande vâhe,
mit grôzem urliuge
bestâ."
Si sprâchen: "Unser
hêre hantil iz noch mit sinne,
ich wâne ers michel
scande gewinne." |
[76]
Von den zwein
herzogen dô
reit ein bote ze Dario.
Unde alser vor ime quam [1645]
und dise botescaf vernam,
sêre zurneter des.
Einen herzogen, der hîz Mennes,
und dar zô hundirt tûsint man
er vil schiere gwan. [1650]
Di santer dô
dem hêren Alexandro
wol ze strîte gare ingagen
und hîz den zwein herzogen sagen,
liezen si in ubir daz wazzer comen, [1655]
si ne gwunnen is niemer fromen;
wen laster unde cumber,
daz wesset in dar under
und scade unde scande.
Ob der mûlîche Alexander [1660]
sînen willen dâ geendet,
si werdent is geschendet
vil lîhte an irn lîbe
unde an kinden unde an wîbe
unde ouh an irn gûte. [1665]
"Sus ist mir ze mûte." |
Unde
alsô der bote wider chom [1195]
unt Darios der zweier herzogen
rede vernam,
sêre zurnet er sich
des.
Dô nam er ainen herzogen,
der hiez sich Mennes,
unde dar zû zênzic
tûsint man,
die er alle uber naht gewan,
[1200]
unde sante si Alexander
gegen
unde hiez den zwein herzogen
sagen,
liezen sin uberz wazzer
varen,
ez solt in iemer mêre
scaden.
Si ne gewunnen sîn
niemer frumen, [1205]
noch si ne getorsten niemer
fur sîne ougen chomen.
Er sprach, wurde Alexanders
wille gendeth,
si wurden alle der mite
gescendeth. |
[77]
Den herzogen beiden
wart vil leide,
dô in der bote sagete,
waz er vernomen habite. [1670]
Si ne tursten is niwit lâzen,
si ne wereten di strâzen
dem stolzen Alexandro.
Ze râte gingen si dô,
Marios und Tybotes. [1675]
Ze râte wurden si dô des,
daz si santen algerihte
ubir al ir gerihte;
di si ze samene brâhten,
di mohte man ahten [1680]
ane vierzich tûsunt.
Dar nâh in curzer stunt
genante sih Alexander
und mit ime manic ander,
wande si hâten stâten mût. [1685]
Si schiffeten ubir di eufrateischen flût.
Ze êrist si ze stade quâmen.
Dô di herzogen daz vernâmen,
mit zorne vôren si ime ingagen
und wolden ime flîzlîchen scaden. [1690]
dâ hûb sih ein sturm grôz,
ein dûsunt blieb dâ tôt
von kriechischeme kunne,
ê Alexander den vort gwunne. |
Die
zwêne herzogen getorsten niuht lâzen,
al dâ ir man sâzen,
[1210]
si santen al gerihte
uber allez ir gerihte;
die sie zesamene brâhten,
ze zehen tûsint mahti
man si ahten
unde drîzech tûsint
dar zû. [1215]
Alexander
genante sih ouch dô,
er hâte einen ubermûten
mût.
Er sciffet sich zeforderest
uber die flût.
An eime stade chômen
si im enkegen,
alsus hôrt ich maister
Alberîchen sagen. [1220]
Dâ hûb sich
ein sturm vil grôz,
ein tûsint beleib
ime dâ tôt,
von chriechiscen chunne,
ê Alexander den furt
ie gewunne. |
[78]
Alexandro mûwete
daz. [1695]
ûf Bucifale er saz.
Er ne wolde niwit bîten,
er begunde rîten,
ergremet was ime sîn mût.
Er slûc alse der donre tût [1700]
sîne vîande.
Swaz ir ime quam ze hande,
der ne genas nie nehein mûter barn.
Sih ne mohte nieman bewarn
von den slegen, die er slûch, [1705]
wander ein tûre swert trûch.
Ouh was sîn scaft starc und grôz;
sweme sîn wart slach oder stôz,
der nembeiz niemer mêr brôtes,
wander was des gwissen tôtes. [1710] |
Dô
chom Alexander selbe geriten, [1225]
alsô ers vil chûme
habeti gebiten.
Ûf Buzival er reit,
dô slûg er alsô
der thoner deit,
for dem sich niemen mach
bewarn.
Swer in
fon ferre sach gevaren, [1230]
ê er hinder sich gesach,
sô heter sîn
ainen slach,
daz er sîn plût
alles spê
unde lebte ouch dar nâch
nieweht mê.
Sîn schaft was mâre
grôz. [1235]
Sweme wart ein slach oder
ein stôz,
der was des gewissen tôdes
unde ern beiz dar nâch
niemer brôtes. |
[79]
Mennes der wîgant,
den Darius hete gesant
Alexandro ingagen,
alsih daz bûch hôrte sagen,
der hete manlîchen mût [1715]
und was ouh ein rîter gût.
Dô er di mêre vernam,
stolzer rîter er nam
ze sih zehen hundrit
ûz sîneme here gesundrit, [1720]
di sîn solden hûten
mit ellenthaften mûten.
Der karte Alexandro ingagen.
Dô daz Alexander hôrte sagen,
umbe karter sînen vanen [1725]
und begunde sîne helede manen.
Bucifale er verhancte,
Mennese er zô sprancte.
Durh sîne rîtere er dô brach.
Ir iegweder den anderen stach [1730]
nider zô der erden.
Dô griffen si zô den swerten.
Dô slûgen di recken
mit den brûnen ecken,
daz daz fûr dar ûz spranc. [1735]
Ir iegweder dranc
vaste zô dem andren.
Dô slûch doh Alexandren
Mennes nider an daz gras.
Ob di rede alsô was, [1740]
des mach uns al besunder
nemen michel wunder. |
Mennes
was ein herzoge genant,
den Darios hete dar gesant,
[1240]
der was ein helt vrumeclîch.
Ein hundert rîter
hâter umbe sich
mit swerten vil gûten,
die tâten si im ze
hûte.
Zime mahte niemen brechen,
[1245]
wan ders lebenes wolte vergezzin.
Alexander want sîn
vanen,
er begunde sîne helide
manen.
Er sprenget ze Mennes wert
unt liez iz niuht durch
die scarphen swert, [1250]
durch alle die sîne
er brach.
Mennes er durch den schilt
stach,
daz daz plût begunde
rinnen.
Mennes stach hine wider
durch den sînen,
der was feste helfenpein,
[1255]
daz daz plût an dem
spere schain.
Ir iewedere stach den anderen
nider.
Aldâ grifen si zen
swerten sider.
A wî daz fûr
dar ûz spranch,
dâ ein stahel wider
den ander dranch. [1260]
|
[80]
Dô hûbin
sih ir lûte dare
beidenthalben mit der scare,
dâ di helede junge [1745]
mit nîde insamt rungen,
dâ was michele nôt.
Dâ bleib manic helt tôt.
Sêre stoub dâ der melm.
Dâ wart Alexandro sîn helm [1750]
von dem houbete gebrochen.
Dâ was vil nâh gerochen
Darius der tûre degen.
Alexandro wart dâ gegeben
manic stôz unde slach. [1755]
Di wîle, di er der nider lac,
leit er ein bittere nôt.
Er was vil nâh tôt.
Doh half in, daz er genas,
daz er sô wol gewâfent was. [1760]
vil schîre ime ouh ze helfen quam
Daclym ein rîter lobesam.
Der was mit Alexandro dare comen.
Der stunt ime ze grôzen fromen,
dâ er was bestanden [1765]
von sînen vîanden.
Sîn swert daz heter bare
und hûb sih îlende dare.
Der hiu umbe sih
einen helede gelîch. [1770]
des danctime sint Alexander.
Dâ was ouh ein ander,
ein rîter, der hîz Jubal,
der sih ungerne verhal,
swâ iz in di nôt ginc. [1775]
Der was ein edele jungelinc.
Der was in andre sîte
in den selben strîte
mit den zwein herzogen.
Sîn swert heter irzogen. [1780]
der quam gedrungen dar zû
und wolde Alexandro
in den hals slân einen slach,
dâ er in blôz sach.
Daclym wart der êrre [1785]
und lôste sînen hêren.
Er slûc Jubale
zô dem selben mâle
obene von den zenden
nidene durh di lenden [1790]
und machete zwêne halbe man.
Vil michil lob er des gwan. |
Grôzer slege wurden
nie getân,
sie ne slûge wîlen
Samson,
der die grôzen maht
an ime trûch,
daz er mit eines eseles
bachen ein tûsint liutes erslûch.
A wie mahte daz ie werden:
[1265]
Mennes der slûch Alexandern
zû der erde.
Aldâ wart ime der
helm abgeprochen.
Dâ
was vil nâch gerochen
Darius
der tûre degen
der manegen grôzen
slege, [1270]
der der chunich Alexander
finch,
dô
Mennes ime zû giench.
Unt wâre er alsô
wol gewâfent nieht,
er ne bescowet niemerz tages
lieht,
wane daz sînes tôdes
noch neweht solte sîn. [1275]
Ein rîter der hiez
Daclym,
der was mit Alexander dâ
unde stunt ime des tages
vil nâ.
Der ander hiez Jubal,
der sich vil ungerne in
dem sturme hal. [1280]
Der was dar chomen mit teme
herzogen
unde hiete daz swert erzogen
unde wolde Alexander geben
ainen slach,
dâ er im den hals
plôz gesach.
Daclym wart der êror:
[1285]
er lôste sînen
hêren.
Er slûch Jubal von
oberest sîner zende
al nider durch die lende
unde machet zwêne
halbe man.
A wie gût ainen lob
daz swert gewan. [1290] |
[81]
Daclym der ellenthafte
man
vil schîre er dô nam
den helm mit sîner hant, [1795]
Alexandro er in ûf bant.
Sîn houbit was ime verschellet,
dâ er nider was gevellet,
von den michelen slagen.
Ih wil û wêrlîchen sagen: [1800]
er nerwîlt sih niwit sîner rede,
ime wâren zeblûwen sîne lide.
Des wart Daclym innen
unde rief mit hôer stimmen:
"Alexander, hêre kuninc, [1805]
gedenket hûte an ûwer tugint
und manet ûwer gesellen,
daz si diz here irschellen,
wandir ein tûre kneht sît.
Nû reget daz swert, des ist zît." [1810] |
Daclym
den helm gebranc,
sînem hêren
ern ûf daz houbet pant.
Sîn houbet was ime
erscellet,
dâ er der nider wart
gevellet.
Niweht verwielt er sich
sîner rede, [1295]
er was in grôzer unhuge.
Er warf sich umbe alsô
ain helit:
"Nû werth iuch,
hêre chunich",
alsus sprach sîn rîter
Daclym,
"Hiute sî iwer
ellen schîn. [1300]
Wande ir ein diure kneht
sît,
nû zîhet
swert, des ist zît." |
[82]
Dô Alexander
wart lôs,
dô spranc er ûf sîn ros.
Sîn gebêre daz was eislîch,
sîn ougen wâren freislîch;
dar umbe vorhte in manic man. [1815]
Dô er zime selbin wider quam,
dô heter michelen zorn.
Sîn ros nam er mit den sporn
unde sagite Daclyme danc
und frumete manigen swertis swanc
[1820]
undir daz here, daz dâ was,
daz slûch er nider alsein gras.
Di menige was vil grôz,
di er irslûch und irschôz.
Unzallîch wâre uns ze sagen, [1825]
umbe di dâ lâgen irslagen
Persen unde Kriechen
sunder gewunten unde siechen.
Dâ was weinen unde clagen.
Von einen volcwîge hôre wir sagen,
[1830]
der ûf Wulpinwerde gescach,
dâr Hilden vater tôt lach,
inzwischen Hagenen unde Waten:
der ne mohte sih hî zô niht gegaten.
Herwîch unde Wolfwîn [1835]
ne mohten ime niwit gelîch sîn,
noh nehein man ander;
alsô freislîch was Alexander.
Man sagit von gûten knehten,
di wol getorsten vehten, [1840]
in der Troiêre liede,
ê sich der sturm geschiede,
Achilles unde Hector,
Aiax unde Nestor,
di manic tûsint irslûgen [1845]
unde ouh scarfe gêre trûgen:
iz ne mohte undir in allen
ze Alexandro niht gevallen. |
Unde
Alexander wart lôs,
dô spranc er ûf
sîn ros.
Sîn ougen wâren
freislîch; [1305]
sîne fîent erforhten
sich.
Unde alsô er zim selben
chom,
Buzifal er mit den sporn
nam,
er tete Daclyme danch
unde frumit manegen swertslach.
[1310]
Under die menege er reit:
alsô der daz kras
nider sleit,
sô strouwet Alexander;
diz ne mohte nehain ander.
Diu menige diu was mâre
grôz, [1315]
die der hêre slûch
unde schôz.
Alsô vil lag er dâ
reslagen,
daz iu unzallîch wâre
ze sagene,
Persen unde Chriechen
ân wunden unde âne
siechen. [1320]
Man saget von dem sturm
der ûf Wolfenwerde gescach,
dâ Hilten vater tôt
gelach,
zewisken Hagenen unde Waten:
sô ne mohter herzô
nieth katen.
Iedoch ne mohte nechain
sîn, [1325]
noch Herewîch noch
Wolfwîn,
der der ie gevaht volcwîch
dem chunige Alexander gelîch.
Man list von gûten
chnehten,
die wol getorsten vehten,
[1330]
in Troiâre liede,
ê sich der sturm geschiede,
Achilles unde Hector,
Paris unde Nestor,
die manich tûsint
erslûgen, [1335]
unt die ouch scarfe gêre
trûgen:
sô moht under in allen
zû Alexander niuht
gevallen. |
[83]
Pynchun was ein
grêbe genant,
der fûrte den vanen an der hant, [1850]
den er Alexandro abe brach,
dô in Mennes der nider stach.
Dô in Alexander hete irkorn,
er rûrte daz ros mit den sporn:
ingagen den grâben er reit. [1855]
er sprach: "Daz was michil kintheit,
daz mîn vane ie quam an dîner hant;
daz sol dir werden noh gewant
ze leide und ze rûwen,
des mahtu mir getrûwen." [1860]
Der grâbe dô erz gehôrte,
Alexandro er antworte.
Er sprach: "Nû varet scône,
daz û mîn trehtîn lône.
Daz ih fôren ûweren vanen, [1865]
daz sol û werden ze banen.
Mûzih behalden mînen leben,
ih wil in û sô wider geben,
daz man der vone reden mac
biz an den jungisten tac." [1870]
er stach nâh dem worte
Alexandrum mit dem orte,
daz an sînen spere was.
Des stichis er wol genas,
wander was ime getân [1875]
obenwendich sînen ouchbrân. |
Pincun
was ein grâve genant,
der vûrte den vanen
an der hant, [1340]
den er Alexander abe brach,
den Mennes der nider stach.
Unde alsô er den grâven
hâte erchorn,
dô rûrt erz
ros mit den sporn:
zû dem grâven
er reit. [1345]
Er sprach: "Daz was
ein michel chintheit,
daz mîn vane chom
in iwer hant;
iz wirt iu ze laster
gewant."
Der grâve daz ros
umbe warf.
A wie schîrer dâ
restarb. [1350]
Er sprach: "Gewisse fûr
ich einen vanen,
der churze wîle
mit mir sol wonen.
Ich sol dirn alsô
wider geben,
daz ez dir gât
an dîn leben."
Mit samt deme worte
[1355]
sô stach er in mit
dem orte,
daz an dem spere was,
daz er der wunden wol genas.
Oberhalb der ougbrâ
dâ was ter stich ketân.
[1360]
Nû vernement, waz
Alexander sprach,
alsin Pincun gestach: |
[84]
Alexander der
sprah,
dô in Pynkun gestah:
"Du salt lugenêre wesen,
ih sal des stichis wol genesen." [1880]
Mit dem selben worte
slûch er in mit dem swerte.
Ûffe sîn houbit er in slûch
durh den stêlînen hût
einen sô freislîchen slach, [1885]
daz er an der erden tôt lach. |
"Du
solt lugenâre wesen
unde ich sol des stiches
wol genesen."
Mit dem selben worte
[1365]
gab er im einen
slach mit dem swerte.
Ûf daz houbet ern
slûch
durch den hals unde durch
den hût.
Der slach was unsûze,
daz houbet viel ime vur
die fûze. [1370] |
[85]
Dô nam Alexander
sînen vanen
und reit rîterlîche danen,
dâ er wisse sîne man.
Mennes ime aber zû quam, [1890]
der in dâ vore der nider stach.
Er gab ime einen swertslach:
ûf den arm er in slûc,
dâ er daz sper mite trûc.
Er slûch in mit grôzer craft, [1895]
durh den arm und durh den schaft
quam daz swert gedrungen
und irwant ime an der lungen.
Mennes der viel dâ tôt nider.
Di Perses vohten niwit sider, [1900]
si fluhin von den velde
und ne getrûweten an sih selben
neheiner manheite mê
unde riefen ach unde wê. |
Unt
Alexander sînen vanen wider gewan,
Mennes aber ime zû
chom,
den herzogen er der nider
stach.
Dô gab er im mit dem
swert ainen slach:
ûf den arm er in slûch,
[1375]
dâ er daz swert inne
trûch.
Der slach was vone grôzer
maht,
durch den arm unde durch
den scaph
sô chom daz swert
gedrungen,
unde want ime an der lungen.
[1380]
Aldâ viel Mennes dernider.
Persi ne fuhten niweht sider,
ûzer dem velde si
fluhen:
si ne getorsten in selben
nieht getrûwen. |
[86]
Des
wart Alexander vile balt: [1905]
al dâ bleib er mit gewalt
biz zô den stunden,
daz ime geheileten sîne wunden.
Er nâhete sih Dario baz.
Eine burh er ime besaz, [1910]
di was Sardis genant.
Schîre wart si verbrant.
Dô er si gwan,
der hêre dar ûf nam
michil silber unde golt [1915]
und machete ime sîne helede holt.
Di burh di heizet Sardis,
von ir saget Apocalipsis,
daz si der siben burge ein wêre,
di unser heilêre [1920]
in den himelrîche nante
und dâ er ze boten sante
Iohannem den heiligen man
apostolum et evangelistam. |
Des
wart Alexander vil palt: [1385]
er belaib dâ mit gewalt
zû den selben stunden,
al biz im geheilten sîne
wunden;
unde genâhete sich
Dario baz.
Aine burch er ime besaz,
[1390]
diu was Sardix kenant.
Von den
sînen wart siu verbrant.
Dô nam er silber unde
golt,
er machet ime manegen degen
holt.
Diu selbe burch Sardix,
[1395]
von ir saget uns daz bûch
Apocalipsis,
daz si der siben purge ainiu
wâre,
die got unser hailâre
in sînem obristen
himel nante,
dô er sante Johannes
dar ze poten sante. [1400] |
[87]
Dô
man Dario diz gesagete, [1925]
niwit langer er gedagete,
er tete durh sînen ubirmût
alse der stolze man tût,
der sih ze sêre verhebet
und ze jungist in dem laster liget: [1930]
er swôr bî sînen rîche,
daz er vil lasterlîche
Alexander wolde vâhen
und ûf einen ast hân
und scantlîche nemen in daz leben [1935]
und wolde ouh sîn fleisc geben
den vogelen ze ezzen;
daz er sih ie torste vermezzen
wider sînen hêren,
daz worde ime ze unêren. [1940] |
Unt
dô man Dario diz gesagete,
niuht sêre er ne chlagete:
er tete, alsô der
stolze man tût,
der durch sîne ubermût
sich sô verre verwellet,
[1405]
daz er fur sînen argoren
vellet,
unde er sich niuht warnet
enzît:
owî wî dicke
er laster gesiht.
Iedoch sô swûr
er ain teil.
Er sprach, sô hulfe
im sînes rîches heil, [1410]
iz ne solte niemer vierzehen
naht entgân,
er solte Alexander ûf
einen poum hâhen,
daz inz gevugel êze,
des er sich ie wider in
vermâze. |
[88]
Darius sîne
boten sande
in wazzer und in lande
und hîz daz sînen fursten sagen
und flîzlîchen clagen
den kunigen di scande, [1945]
di ime tete Alexander.
Er bat herzogen und grâben,
daz si ime rât gâben
und ime mit gelfe
quâmen ze helfen [1950]
mit alsô tûren knehten,
di wol getorsten vehten,
mit aller ir manie.
Ze Mesopotamie
in der breiten ouwen [1955]
wolder daz here bescowen,
wander gerne vernême,
wî manich scare ime quême. |
Dannen
wurden sîne poten gesant [1415]
uber wazzer unde uber lant
unde hiez sînen fursten
daz sagen
unde manegem rîchen
chunige chlagen,
herzogen unde grâven,
daz sis ime rât kâben
[1420]
unt chômen mit sô
frumen chnehten,
die wol getorsten vehten,
mit allen ir menegen
in daz felt Mesopotamiam.
In der breiten owen
[1425]
dâ wolte er sîn
her bescowen.
Er sprach, a wî gerne
er vernâme
die manegen scar, die ime
chôme. |
[89]
Nû wil ih
û cunden ubir al,
wî vil einer scare wesen sal, [1960]
alsihz in den bûchen hân gelesen:
der sal sehs tûsint wesen
und sehs hundrit unde sehscich man,
alsih mih versinnen kan.
Alsô vil sal sîn in einer scaren. [1965]
gagen Dario quâmen gevaren
zwêne und drîzich kuninge,
daz wizzit âne lugene,
di sîne nôt vernâmen.
Herzogen ime ouh quâmen [1970]
zwei hundrit unde sibinzich
unde dar zô manic grâbe rîch,
di zô ime kêrten
und sîne reise mêrtin.
Di quâmen alle mit gwalt. [1975]
Di grâben wâren gezalt
rehte an eilif hundrit.
Ob û der hêren wundrit,
des ne sult ir mir wîzen nit;
wandiz cundit uns daz liet [1980]
und daz bûch, dâ ihz ane las,
daz ir alsus vil was. |
Nû wil ich iu chunden
uber al,
wî vil ain scare haben
sal, [1430]
allen den, die des niuht
enwizzin:
sehs tusint unde sehs
hunderet sehsic,
des wil ich iuch
niht verhelen.
Die
fursten wil ich zellen
unt die menige, diu mit
samit in chom, [1435]
alsô Dario wol gezam.
Wande er de geweltigiste
chunich was,
dâ man von ie gelas.
vil wîten ginch sîn
gewalt.
Ze zwein unde drîzech
wâren sie gezalt [1440]
die chunige, die zim chômen,
dô si sîne nôth
vernâmen.
Grâven chômen
ime ouch.
Zwei hundert unde sibenzoch
herzogen zim chêrten,
[1445]
daz sich sîne rîter
mêrethen.
Die zalt man, sô ich
sicher bin,
zaht hundert unde trîn. |
[90]
Von Persien worden
ime gesant
helede sibinzic tûsant.
Ouh quâmen Cenonenses dare [1985]
mit einer hêrlîcher vare,
mit funfzich tûsint knehten,
di wol getorsten vehten.
Pamphilienses quâmen ouh wale
und brâhten ime di selben zale. [1990]
Dar nâh quam ime ein here grôz,
dem wîgis lutzil verdrôz,
daz kuninges reisen wol gezam:
von Medintrîche daz quam.
Meden ist daz selbe lant, [1995]
dar der engel wart mit Tobien gesant.
Funfzich tûsint si brâhten,
alsus hôrtih si ahten.
Von Ninive worden ime gesant
zwei unde zwêncich tûsant. [2000]
Ime brâhten di von Armenie
ahte tûsant in einer menige
vil sneller jungelinge
zô sînen tagedinge.
Armenien ist daz rîche, [2005]
daz sagih û wêrlîche,
dâ daz wazzer di archam treib,
dâ Noe lebende inne bleib;
in den bergen si dâ besaz.
Vor wâr solt ir wizzen daz. [2010] |
Von Persin wurden ime gesant
helide sibenzich tûsint.
[1450]
Wol hulfen ime des
die chûnen Zinnonenses.
Si chômen mit funzich
tûsint chnehten,
die wole getorsten vehten.
Die Panfilien dâten
harte wale, [1455]
si brâhten die selben
zal.
Noch dô chom im ain
scar grôz,
die des wîges lutzel
bedrôz,
alsô si in chunigis
reise wol gezam,
wande si von Medinrîche
quam. [1460]
Medinrîch ist noch
daz selbe lant,
dar der engel mit Tobia
wart gesant.
Cilicien heizet ein lant,
si brâhtin im ahzech
tûsint.
Von Ninive wurden ime gesant
[1465]
ain unde zwainzich tûsint.
Die ûzer Armeninlant
si brâhten ime aht
tûsint.
Si ne mohten ouch dô
nieht baz.
Diz was dâ diu archa
gesaz, [1470]
diu ûf dem wazzer
swebete,
dâ Noe inne lebete. |
[91]
Ouch santen dar
zô
dem rîcheme kuninge Dario
di ubirmûtige Gâzen,
di ubir Philistim sâzen,
zehen hundrit starker risen, [2015]
di ime ze trôste solden wesen.
Ime santen sîne frîe man,
di dâ sâzen in Frigiam
mit vil gûten willen
zwênzich tûsint gesellen. [2020]
si gunden ime wol sîner êren.
Ouch begunden dar kêren
von India di fursten,
di wol vehten torsten.
Dô siz vernâmen, [2025]
mit zwelif tûsinden si quâmen.
Dannoh quam ime ein lutzil here,
daz vôr von dem rôten mere:
ein tûsint sneller helede,
ze wîge wol irwelede. [2030] |
Ime santen die von Gâze,
die uber Filistin sâzen,
di im wol ze trôste
mohten wesen, [1475]
zwirent funf hunderet starcher
risen.
Noch dô sâzen
sîne frîe man
ferre uber Frigiam.
Die trûgen ime gûten
willen.
Si nâmen zweinzeh
tûsint gesellen [1480]
unde tâtin zim chêren,
si gunden im sîner
êren.
Alsô man sînen
willen vernam
ferre uber Indiam,
zwelf tûsint si nâmen,
[1485]
gereitechlîchen zim
chômen.
Noch dô chom im ain
wênich here,
daz santen ime die von dem
rôten mere:
ain tûsint sneller
helede
ze wîge wol erwelte.
[1490] |
[92]
Nû merket,
wî vile dis heres was:
alsihz an den bûchen las,
sô ahte man iz dâ zestunt
an sehs hundrit unde drîzich tûsunt,
daz alliz Dario quam. [2035]
und alse Alexander vernam,
daz ime Darius mit here
daz lant ze Persiam wolde were,
dô besanter sîne man,
di von Macedoniam. [2040]
Di quâmen ime gereite.
Dô hîz er here leiten
ubir ein wazzir, daz was breit.
Darius under des screib
einen brieb Alexandro [2045]
unde hîz ime dar zô
eine wâge mâhenes fur tragen
unde hîz ime sagen,
daz er zalte die korn.
Iz wâre ime leit oder zorn, [2050]
er neconde si nit gezellen:
alsô ne mohter sîne gesellen
gezelen noh sîne heriscraft,
di er ime gagen hête brâht.
Ouh sagite ime der brieb, [2055]
Dario ne wêre niwit lieb,
daz er mit sulher gwalt
wolde ze Persiam in daz lant.
Er ne woldiz ime rûmen,
er vernême ein sulh gestrûme, [2060]
dâ er imer vone mohte zellen
in lîde und in bîspellen. |
Nû vernement, war
zû man diz her nam,
dô iz al zesamene
chom:
ze sehs hunderet tûsint
wâren si gezalt,
dâ was der hof manichfalt,
unde dar zû drîzech
tûsint. [1495]
Alsus hete sich Darius besant.
Unde
alsô diz Alexander vernam,
er manete sîne getrûe
man,
die im ze sîner nôte
ie wâren ainmûthe.
[1500]
Mit ainer minner menige
sô reit er in zegegene,
ze Mesopotamie
dâ chômen sie
zesamene
in der breiten ouwe.
[1505]
Man
mohte nie beschowen
schar also edele
vor eineme chunige,
die der ie zesamene chômen
unte sô grôzen
schaden genâmen. [1510]
Alle die volchwîch
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die
von Darios zît
al bizher sint geschên,
si ne mohten dar zû
gelîchen niet. [1515]
Dâ was daz felt vil
breit
mit ten tôten uberspreit.
Dâ Alexander durch
daz wale brach,
a waz dâ helede tôt
lach.
Unde alsô êrhin
mûz iz nû alsô ergân.
[1520]
"Ir sulten zins hie infâhen,
dâ ir vil manegen
tach habeth nâch gesant.
Den hân ich iu
brâht in diz lant."
Mit tem selben worte
sô gab er im mit dem
swerte [1525]
ainen slach, der was mâre
grôz,
daz imz houbet vur daz march
scôz.
Dâ geschieth sich
daz volcwîc.
Sus saget uns maister Albrîch
unde der gûte phaffe
Lampret. [1530]
Diz liet ist wâr unde
rehth.
Hie dûhte si beide
diu mâze.
Nû ist zîth
daz lâzen. |
[93]
Dô Alexander
gelas,
daz an den brieb gescriben was,
der wol geborne jungelinc, [2065]
den mâhen er frôlîche entfienc
unde warf in an der stunt
in sînes selbis munt
und az sîn ein vil michil teil
und sprach: "Wir haben gût heil: [2070]
dise corner sint sô manicfalt,
si ne werdent von mir niemer gezalt."
In sînen munt er si streich
und sprah: "Si sint sô weich
und smeckint sô wole, [2075]
ih hoffe, daz ih sîn here sole
harte wol verwinnen
mit mînen jungelingen." |
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[94]
Sîn bote
quam under des gerant,
dâ er Alexandrum vant. [2080]
der sagite ime, daz Olympias
sîn mûter vil siech was
und bat in vil harte,
daz er dâ hine karte,
wande si des jêhe, [2085]
ob si in gesêhe,
si genêse curzlîche.
Alexander der rîche
der screib dô selbe einen brief.
Die hant er in sînen bûtel stîz, [2090]
alsiz ime in den mût quam,
sîne hant fol pefferis er nam.
Ze Darien boten er dô sprach:
"Diz ezze dîn hêre, ob er mach.
Dise corner sint niht manicfalt, [2095]
si sint vil schiere gezalt:
alsus bitter ist mîn here,
er ne mah sih niemer mih irweren.
Ouh sage du dîneme hêren:
ih wil nû wider kêren, [2100]
alse mir mîn mûter enbôt,
andirs durh neheine nôt,
iz sî ime leit oder lieb,
dar umbe ne lâz ih is niet,
ih wil schiere wider comen: [2105]
des gewinnet er lutzelen fromen.
Di wîle mah er bî dem mere
gesamenen ein grôz here,
daz er mir frumelîche
erwere sîne rîche." [2110] |
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[95]
Dô reit
der bote von Alexandro
wider hin ze Dario
unde saget ime daz,
daz Alexander den mâhen az,
den er ime hete gesant, [2115]
und gab ime den peffer in di hant.
Den enfienc er mit zorne
und warf di peffercorner
nîtlîchen in sînen munt
unde beiz si an der stunt. [2120]
Dô begunder sih cremfen
und di nase remfen,
wand in der pheffer sêre beiz.
Sîn lîb di wart ime allir heiz.
Er neigete sih nidere [2125]
unde wolde, daz Alexander widere
wêre ân sîne scande
heim in sînem lande. |
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[96]
An dem wege, dâ
Alexander
heim reit ze lande [2130]
in mitten Arabia,
dâ bestunt in Amenta,
der was Daries man
und was ein herzoge lobesam.
Des nêhesten morgenis frû [2135]
mit volcwîge reit er ime zû
und vohten allen einen tach,
sô dâ nieman gesach
neheinen man entwîchen.
Si vohten freislîchen [2140]
zwêne tage al in ein,
daz di sunne nit ne geschein,
wande si ne wolde belûhten niht den mort.
Alsus fâhten si vort,
unze die helede gûte [2145]
wûten in den blûte
vaste biz an di knî.
Si vohten langer tage drî.
Vil manich in den blûte ertranc,
daz ime nie nehein swanc [2150]
ne wart von swerte noh von spere.
Manic tûsint was dere,
di dâ irslagen lâgen.
Dô Arabite daz gesâgen,
si entwichen Alexandro [2155]
und fluhen wider ze Dario. |
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[97]
Alexander der
rîche
hîz dô flîzlîche
sîne liebe wîcgnôze begraben,
di dâ lâgen irslagen. [2160]
Di gwunten hîz er binden
und arzâte in gwinnen
und hîz, daz man ir wol plêge,
biz daz er gesêge,
ob si mohten genesen; [2165]
alsô lange wolder dâre wesen.
Des siges was er vil frô:
rûwech was er dar zô,
wander dâ habete verlorn,
di ime dicke dâ bevorn [2170]
hulfin sîner êren
zô Tyre der mêren. |
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[98]
Dô di wol
genâren,
di dâ gwunt wâren,
dô fûr Alexander vor sih. [2175]
Manige burh hêrlîch
undir wegen er zebrach.
Er tete michil ungemach
sînen vîanden
in fremeden landen. [2180]
Sêre rach er sînen zorn,
wander hete verlorn
di kûnen Macedones.
Sus getânes mûtes
gesah er sîne mûter, [2185]
des genas di frowe gûte. |
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[99]
Vil frôhen
mût er des gwan.
Dô besanter sîne man
in allenthalben bî dem mere.
Er hête gerne ein grôz here, [2190]
des gwan gnûc der helt balt.
Ze hundrit tûsinden wâren gezalt
di helede, di ime quâmen,
di sîne reise vernâmen,
die wol vehten kunden, [2195]
dô si sih is underwunden. |
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[100]
Dô fûr
von Macedonia
Alexander wider in Persia.
Under wegen er bedwanc
manige burch unde lant [2200]
gewaldichlîche ze sînen handen.
Abdirus sih besante
nâh iren holden,
wande si weren wolden
di strâze Alexandro. [2205]
Si wâren holt Dario. |
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